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Sprengzeit


Räumung wegen Fliegerbombe am Ortenberg

31.08.2016 (fjh)
"Die Evakuierung mehrerer Straßenzüge am Ortenberg wegen der geplanten Sprengung einer 50-Kilo-Fliegerbombe auf den Lahnbergen läuft planmäßig." Das hat die Universitätsstadt Marburg am Mittwoch (31. August) gegen 9.30 Uhr mitgeteilt. Nach diesem Plan war die Räumung der Häuser gegen 10.30 Uhr abgeschlossen. Kurz vor 11 Uhr kreiste dann ein Hubschrauber über dem betroffenen Gebiet und überprüfte, ob die Straßen wirklich geräumt waren.
Danach wurde dann der Zeitpunkt der Sprengung auf 11 Uhr festgelegt und die kontrollierte Sprengung unter höchster Vorsicht durchgeführt.
Um 11.09 Uhr war im nördlichen Stadtgebiet ein lauter Knall zu hören. Der Kampfmittelräumdienst konnte aber verhindern, dass Splitter gestreut wurden. Die Sprengung ist nach Plan verlaufen.
Die Experten hatten ein großes Wasserkissen mit einem Fassungsvermögen von 22.000 Litern als Dämmung direkt über die 50-Kilo-Bombe gelegt. Die amerikanische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg war 75 Zentimeter lang und 25 Zentimeter breit. Der Sprengsatz des Blindgängers hatte ein Gewicht von 25 Kilogramm.
Die Bombe lag im Boden unter der Wurzel eines Baumes, so dass der Zünder nicht zugänglich war und somit nicht ausgebaut werden konnte. Deshalb hatten die Experten von Beginn an klar gestellt, dass eine kontrollierte Sprengung erforderlich ist.
"Wir sind sehr zufrieden und haben genau das erreicht, was wir wollten: Bei der geplanten Sprengung konnte jegliche Streuung von Splittern verhindert werden", erklärte Gerhard Gossens vom Kampfmittelräumdienst am Mittwoch nach dem erfolgreichen Einsatz.
Der Luftraum wurde gegen 12 Uhr wieder freigegeben. Alle Betroffenen konnten wieder in ihre Wohnhäuser zurückkehren.
Beteiligt waren vor Ort Polizei, Stadt, Feuerwehr, das Deutsche Rote Kreuz (DRK), HessenForst, der Kampfmittelräumdienst des Regierungspräsidiums Darmstadt sowie Spezialfirmen. Seit 8 Uhr hatten Polizei, Feuerwehr und Ordnungsamt in enger Abstimmung die Evakuierung von rund 580 Menschen im Umkreis von 500 Metern um die Fundstelle organisiert. Die Fundstelle selbst lag im Wald rund 200 Meter nördlich des Kaiser-Wilhelm-Turms.
Betroffen von der Räumung waren vor allem Teile des oberen Ortenbergs. Auch rund 40 Bewohner eines Altenheims wurden ohne Probleme in ein Ausweichgebäude verlegt. Für die Anwohner stellte die Stadt während der Evakuierung das Haus der Ortenberggemeinde bereit und sorgte für Verpflegung.
Die Universitätsstadt Marburg hatte bereits am Montag (29. August) über Flugblätter und durch umfassende Öffentlichkeitsarbeit über die anstehende Sprengung informiert. Ein Bürgertelefon war eingerichtet.
Der Kampfmittelräumdienst hatte den Blindgänger bei einer systematischen Untersuchung im Auftrag von HessenForst im Wald geortet. Bei dem Fund in Marburg handelt es sich laut Kampfmittelräumdienst um eine der kleineren Bomben, die von den Alliierten im Zweiten Weltkrieg abgeworfen wurden. Eingesetzt wurden auch 500- und 1.000-Kilo-Bomben.
Vorgesehenes Ziel der Bombe war vermutlich der Hauptbahnhof. Im Auftrag des Landes Hessen, von Hessen Forst und von Privateigentümern entschärft der Räumdienst in Hessen derzeit pro Jahr im Schnitt 40 bis 60 Blindgänger.
pm: Stadt Marburg
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