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Marburg erwartet 600 Flüchtlinge

15.10.2014 (fjh)
Etwa 600 Flüchtlinge erwartet die Universitätsstadt Marburg bis Ende 2015. Vor allem werden sie vorausichtlich aus Syrien, Afghanistan, Eritrea, Somalia und dem Irak kommen.
Die Flüchtlinge menschenwürdig unterzubringen und aufzunehmen, "ist eine große Aufgabe für die Stadt", betonte Oberbürgermeister Egon Vaupel während einer Pressekonferenz für ein Netzwerk der Flüchtlingsunterbringung und -betreuung. Um eine solche "Kultur des Willkommens" zu schaffen, reiche Wohnraum allein jedoch nicht.
Deshalb lädt die Universitätsstadt Marburg für Dienstag (28. Oktober) ab 17 Uhr zu einem offenen Runden Tisch Integration in den Stadtverordnetensitzungssaal ein. Der Runde Tisch hat bereits in der Vergangenheit erfolgreich zu Themen wie dem Bau der Marburger Moschee gearbeitet. Nun sollen neben den in Marburg vertretenen Religionsgemeinschaften alle interessierten Gruppen sowie Bürgerinnen und Bürger dabei sein.
"Die Flüchtlinge aufzunehmen, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe", sagte Vaupel.
Der Runde Tisch soll einerseits dazu dienen, offene Fragen und Probleme zu klären, um einen Konsens in der Stadt zu erreichen. Auf der anderen Seite hofft der Oberbürgermeister, den oft traumatisierten Flüchtlingen "ein Heimatgefühl" geben zu können.
"Das sind Menschen, die teilweise über mehrere Jahre auf der Flucht waren und die Schreckliches erlebt haben", sagte Vaupel."Um sie willkommen zu heißen, brauche man die Unterstützung der Bürger.
Der Vorsitzende der Islamischen Gemeinde Marburgs, Bilal El-Zayat, berichtete, dass auf Einladung der Gemeinde bereits viele Flüchtlinge beim Opferfest dabei waren. Während des Rundes Tisches am 28. Oktober wird es auch um Nachbarschaftstreffen und die Förderung von Begegnungen gehen. Zudem soll ein kommunaler Flüchtlingsrat gebildet werden.
Bislang leben 112 Flüchtlinge im Leistungsbezug in Marburg. Bis Ende des Jahres rechnet die Stadt mit 200 weiteren Asylbewerbern und Flüchtlingen. 2015 werden voraussichtlich 400 weitere folgen.
Die Stadt Marburg versucht, die Flüchtlinge dezentral in privaten und von der Stadt angemieteten Wohnungen sowie in Sozialwohnungen unterzubringen. Für unbegleitete Kinder und Jugendliche richtet der St.-Elisabeth-Verein eine Wohngruppe ein.
"Von großen Gemeinschaftsunterkünften sind wir weit entfernt", sagte Vaupel. Es gebe eine große Bereitschaft, Flüchtlinge aufzunehmen. Auch weiterhin werden jedoch noch private Unterkünfte gebraucht.
Daher appelliert die Stadt an mögliche Vermieter, sich zu melden. Die Flüchtlinge werden von pädagogischen Mitarbeitern der Stadt betreut, die ihnen bei Behördengängen, Schulbesuch, Sprachkursen und möglichen Schwierigkeiten helfen.
Marburg unterstützt die Flüchtlinge auch mit freiwilligen Integrationshilfen: Hier werden mehr Deutschkurse angeboten, als vom Land vorgesehen. Kleinkinder können die städtischen Kindertagesstätten besuchen. Die Flüchtlinge haben Anspruch auf den Stadtpass, mit dem man Volkshochschulkurse besuchen sowie billiger Bus fahren kann.
pm: Stadt Marburg
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