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Andreas Neubauer in Leopoldina berufen

15.10.2014 (fjh)
zum Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina in der Teilsektion Innere Medizin ist Prof. Dr. Andreas Neubauer gewählt worden. Die Aufnahme ist eine ehrenvolle Anerkennung der wissenschaftlichen Leistungen und der Persönlichkeit von Neubauer. Der Medizinprofessor an der Philipps-Universität ist Direktor der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Immunologie am Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM).
"Es ist mir eine große Freude und Ehre zugleich, in eine der ältesten Wissenschaftsorganisationen der Welt aufgenommen zu werden", erklärte Neubauer. Er betonte, dass Wissenschaft heute aber immer auch das Ergebnis einer Gruppe von Forschenden sei.
Die Leopoldina ist eine der ältesten Wissenschaftsakademien der Welt mit rund 1.500 Mitgliedern. Sie wurde 1652 als naturwissenschaftlich-medizinische Gelehrtengesellschaft gegründet.
Seit 2008 vertritt die Leopoldina als Nationale Akademie Deutschlands die deutsche Wissenschaft in internationalen Gremien und nimmt zu wissenschaftlichen Grundlagen politischer und gesellschaftlicher Fragen unabhängig Stellung. Dazu erarbeitet sie unabhängige Expertisen.
Die Leopoldina fördert die wissenschaftliche und öffentliche Diskussion. Sie unterstützt den wissenschaftlichen Nachwuchs, verleiht Auszeichnungen, führt Forschungsprojekte durch und setzt sich für die Wahrung der Menschenrechte verfolgter Wissenschaftler ein.
Mit der Wahl würdigt die Leopoldina Neubauers Forschung zur Analyse und Therapie von akuten und chronischen Leukämien sowie von Magenlymphomen. Für diese besondere Form eines Magentumors entwickelte die Gruppe von Neubauer in Kooperation mit dem Pathologen Prof. Dr. Manfred Stolte und dem Gastroenterologen Prof. Dr. Ekkehard Bayerdörffer eine neuartige Therapie, die heute weltweiter Standard ist und acht von zehn Patienten mit diesem Lymphom im Magen dauerhaft heilt.
Auch bei der chronischen myeloischen Leukämie und einer Unterform der akuten myeloischen Leukämie hat Neubauers Gruppe neue und therapieverändernde Behandlungsregime etabliert. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Forschung ist die allogene Blutstammzelltransplantation sowie die Klinische Forschung von Patienten mit soliden Tumoren.
Die Tumorforschung ist ein ausgewiesener Schwerpunkt der Marburger Medizin. Ein wichtiger Baustein im Gesamtgefüge der Marburger Onkologie ist das 2009 eröffnete Carreras Leukämie Centrum, das Neubauer eingeworben hat. Diese mit einer besonderen Infrastruktur ausgestattete Spezialstation bietet den Ärzten und Wissenschaftlern eine Hightech-Infrastruktur für klinische Forschung und Patientenversorgung.
Für die Zusammenarbeit aller onkologischen Bereiche in Marburg ist 2014 das Zentrum für Tumor- und Immunbiologie eröffnet worden, in dem auch Neubauers Forscherteam arbeitet. Der Forschungsbau war vom Wissenschaftsrat empfohlen und mit Mitteln des Bundes und des Landes Hessen errichtet worden.
"Von der Zusammenführung von Tumor-, Immun- und Infektionsbiologie versprechen wir uns Ansätze für neue Therapiekonzepte", sagte Neubauer. In Marburg erforschen Mediziner seit 2008, wie Bakterien und Viren sowie chronische Entzündungen an der Entstehung von Krebs beteiligt sind. Derzeit plant Neubauer zusammen mit weiteren Marburger Wissenschaftlern einen Forschungsverbund zu der Frage, wie sich Resistenzen in Tumortherapien durchbrechen lassen.
Eine der zentralen Forschungsfragen ist dabei, wie man durch die Aktivierung des Immunsystems Tumorzellen bekämpfen kann. Dieser neue Forschungsverbund baut auf der seit Jahren erfolgreichen Klinischen Forschergruppe über Tumorresistenz in Marburg auf.
Neubauer wurde 2006 mit dem Wilhelm-Warner-Preis für herausragende Leistungen bei der Erforschung und Therapieentwicklung von Krebs- und Leukämieerkrankungen ausgezeichnet. Er ist unter anderem Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie sowie der American Association for the Advancement of Science.
pm: Philipps-Universität Marburg
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