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Nussjagd im Nagerrevier


Mitmach-Aktion von NABU und Stadt

19.09.2014 (jfu)
Zur Großen Nussjagd im Stadtgebiet rufen der Naturschutzbund Hessen (NABU) und die Universitätsstadt Marburg auf. Bis Ende des Jahres können sich Schulklassen, Kindergruppen und Familien in Wald und Flur auf die Suche nach angeknabberten Haselnüssen begeben und dabei der scheuen und gefährdeten Haselmaus auf die Spur kommen. Mit dem Mitmach-Forschungsprojekt tragen die jungen Forscherinnen und Forscher dazu bei, mehr über die Verbreitung des seltenen Bilchs in Marburg herauszufinden.
Da immer mehr Lebensräume der Haselmaus zerstört werden, ist sie inzwischen sehr selten geworden und europaweit geschützt. In Hessen hat sie einen Verbreitungsschwerpunkt.
Ihr Vorkommen ist allerdings noch nicht aus allen Landesteilen bekannt. Dazu gehört auch das Gebiet der Stadt Marburg. Aber das soll sich ändern, erklärte Bürgermeister Dr. Franz Kahle.
Um mehr über die im Bereich der Stadt Marburg vorkommenden Haselmäuse zu erfahren und diese dann besser schützen zu können, startet die Untere Naturschutzbehörde in diesem Jahr ein Projekt rund um die Haselmaus. Hierzu sucht sie in Kooperation mit dem Naturschutzbund dringend nach Helferinnen und Helfern für die Nussjagd.
„Ohne die Hilfe der Kinder geht es nicht", erklärte Mark Harthun, Naturschutzreferent des NABU Hessen. "Wir brauchen viele fleißige Nussjäger, um einen besseren Überblick über das Vorkommen der Haselmaus im Stadtgebiet zu erhalten.“
Dr. Kahle ergänzte, dass die Nussjagd in Marburg den Auftakt zu einem größeren Naturschutzprojekt darstellen kann: „Wenn die jungen Nussjäger Nachweise der Haselmaus finden, kann sich daran ein größeres Forschungsprojekt anschließen“. Die Nussjagd endet am 31.12.2014. Unter allen Einsendungen mit von der Haselmaus angenagten Nüssen werden durch den NABU wertvolle Buchpreise verlost.
Die Forschungsaufgabe der Großen Nussjagd besteht darin, in die Natur hinaus zu gehen und von Tieren angeknabberte Haselnüsse zu untersuchen. Dazu gibt es eine Bestimmungshilfe für Fraßspuren, die auf der Aktionsseite www.nussjagd-hessen.de zum Herunterladen bereitsteht. Die Kinder können so herausfinden, ob ihre gefundenen Nüsse von Eichhörnchen, Gelbhalsmaus, Rötelmaus, Nussbohrer oder Haselmaus geöffnet wurden.
Wenn junge Forscherinnen und Forscher von der Haselmaus benagte Nüsse finden, sollen sie maximal zehn davon zur fachmännischen Nachbestimmung an den NABU Hessen schicken. Jede Einsender erhält eine Rückmeldung, ob seine eingeschickten Nüsse tatsächlich von der Haselmaus angefressen wurden.
Die nur daumengroße Haselmaus ist gar keine Maus, sondern eine kleine Verwandte des größeren Siebenschläfers: Beides sind Bilche oder sogenannte Schlafmäuse.
Die wichtigsten Gemeinsamkeiten sind die großen schwarzen Kulleraugen, buschig behaarte Schwänze und eine Leidenschaft für das Schlafen.
Im Unterschied zum 20 Zentimeter großen Siebenschläfer – der Schwanz wird nicht mit gemessen – wird die Haselmaus nur 8 Zentimeter groß. Sie macht auch keinen Radau auf dem Dachboden und beißt nicht.
Dafür ist die Haselmaus ist voller Geheimnisse. Sie lebt meist hoch über unseren Köpfen in den Kronen der Bäume und meidet den riskanten Weg über den Erdboden. Der Kletterkünstler ist daher nur schwer zu beobachten und seine Verbreitung in Hessen weitgehend unbekannt. Nur manchmal finden Naturschützer bei der Reinigung von Nistkästen Hinweise auf den putzigen Baumkobold.
pm: Stadt Marburg
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