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Nicht zu seicht


"Kit Kat Klub" kommt in die Waggonhalle

30.07.2014 (tro)
Der Jungregisseur Nick Westbrock bringt den Charm des 30er-Jahre-Jazz auf die Bühne der Waggonhalle . Die 23. Produktion "Kit Kat Klub" soll eine Mischung aus Theater und Revue mit Musical-Einlagen werden.
Sie steht ganz im Zeichen der beiden berühmten Musicals "Cabaret" und "Chicago" von John Kander und Fred Ebb. Premiere feiern wird sie am Freitag (8. August) um 20 Uhr.
"Ich habe Cabaret mit großem Spaß und viel Begeisterung gesehen", berichtete Westbrock. "Und dabei ist mir aufgefallen, dass ein Aspekt - nämlich das Leben der Hauptatraktion Sally Bowles - kaum zur Geltung kam."
Diese Geschichte lässt er Bowles nun erzählen. "Dabei werden wir natürlich immer wieder auf die berühmten Stücke aus Cabaret und Chicago zurückgreifen," betonte er.
"Kit Kat Klub" spielt 1936 im gleichnamigen fiktiven Cabaret-Club in Berlin. Im dritten Reich hatten Cabarets einen schlechten Stand. Denn weder Freizügigkeit noch politische Satire waren gern gesehen.
Die Folge war das Verbot solcher Etablissements. Um sich dennoch finanzieren zu können, inszeniert der Club in Westbrocks Produktion nun das Leben seines Stars Sally Bowles. Dabei ginge der Club nicht gerade diskret zu, deutete Westbrock an.
Das Stück ist Westbrocks erste große Produktion als Regisseur. In Marburg machte er erstmals 2013 beim Kurzdramenwettbewerb mit "Die Fans des Phantoms" auf sich aufmerksam.
"Das war wohl meine Feuerprobe", meinte er. "Als dann plötzlich die Zusage kam, die Sommerproduktion der Waggonhalle zu leiten, war ich erstmal ganz schön geschockt. Mit so etwas großem habe ich nicht gerechnet."
Über die schauspielerischen Leistungen hinaus stellt Westbrock auch große Ansprüche an die Körperbeherrschung seiner Akteure. Zusammen mit dem musikalischen Leiter Patrick Franke achtete er auch auf hohe Qualität beim Gesang und der Koreographie. Dazu erklärte er: "Vor den eigentlichen Proben hatten wir neben dem stimmlichen auch ein intensives körperliches Warmup. Fitness ist wichtig. Jazz-Tanz ist sehr anstrengend, muss aber das gesamte Stück durchgehalten werden."
Eine besondere Nachricht will Westbrock mit seinem Stück nicht vermitteln. Trotz der Einbettung in die Zeit des dritten Reiches und das Verbot von politischer Satire wird das Hauptaugenmerk auf der Unterhaltung liegen.
"Im zweiten Akt jedoch wird es schon deutlich ernster", versprach Westbrock. "Es ist keine ganz typische seichte Sommerproduktion, sondern auch etwas nachdenklicher."
Thade Rosenfeldt
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