Logo: marburgnewsMobile Marburgnews

Zum Menü

Mars machts


Novartis eröffnete neuen Campus bei Michelbach

04.06.2014 (fjh)
"Hessen ist die Apotheke der Welt." Dieser Satz zog sich wie ein roter Faden durch die Eröffnungsfeier zur Inbetriebnahme des MARS-Campus.
Die neuen Fabrikationsanlagen zur Herstellung von Impfstoffen wurden am Mittwoch (4. Juni) feierlich eingeweiht. Durch "Handauflegen" auf einen Touchscreen setzten der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier, Oberbürgermeister Egon Vaupel und die Marburger Novartis-Geschäftsführer Jochen Reutter und Dr. Niklas Schier sowie der Novartis-Spitzenmanager Russel Thirsk die Fabrikation symbolisch in Betrieb.
240 Millionen Euro hat der schweizerische Pharma-Konzern beim Görtzhäuser Hof verbaut. Damit ist die Produktionsanlage das größte Bauvorhaben in Marburg sowie eines der größten der Pharma-Branche in Hessen.
120 Beschäftigte arbeiten auf dem MARS-Campus im Qualitätsmanagement. Weitere 180 Mitarbeiter sind in der Impfstoffherstellung tätig.
Auf der Basis von Hühnereiern erzeugt Novartis in Marburg künftig Impfstoffe gegen die Hirnerkrankung FSME sowie gegen Tollwut. Inmehreren knalligen Trailern zeigten die Pharma-Macher den Festgästen ihre neue Fabrikation. Dazwischen ergriffen Reuter, Schier, Vaupel und Bouffier das Wort.
Reutter lobte die gute Zusammenarbeit mit der Universitätsstadt Marburg und dem Land Hessen. Er verwies darauf, dass die neue produktion mehr als das Doppelte der Investitionssumme an Wertschöpfung erreiche, die zum großen Teil in der mittelhessischen Region und Hessen verbleibe.
Schier lobte die enge Verzahnung der Pharma-Produktion mit der Philipps-Universität. Als ehemaliger Marburger Student freue ihn die Möglichkeit ganz besonders, über die Hochschule schnell in Kontakt mit Nachwuchswissenschaftlern zu kommen.
"Novartis ist am Morgen das Erste, was ich zu mir nehme", berichtete Vaupel augenzwinkernd. Mit seinen Medikamenten unterstütze er die Firma. Sie wiederum leiste einen wichtigen Beitrag zum Gewerbesteueraufkommen der Stadt.
Mit den Behring-Nachfolgefirmen sei Marburg ein herausragender Forschungs- und Produktionsstandard für Pharmazeutika. Das neue "House of Pharma" werde die Zusammenarbeit zwischen den Marburger Standortfirmen und den mittelhessischen Hochschulen weiter verbessern.
Auch Bouffier verwies auf die Bedeutung der Pharma-Branche für Hessen. Ein Viertel der bundesweiten Pharma-Umsätze wird in Hessen erzielt.
Die Herstellung von Impfstoffen sei eine ethisch besonders hochstehende Tätigkeit, könne man damit doch Menschen bei der Vorbeugung oder Überwindung von Krankheiten helfen. Genau das sei auch das Motiv für Emil von Behring gewesen, der 1904 in Marburg die erste Impfstoffproduktion Europas gegründet hat. Würde er heute noch leben, sei er sicherlich stolz auf die moderne Impfstoffproduktion auf seinem alten Firmengelände am Görtzhäuser Hof.
Bouffier verwies auf die Kosten für die Entwicklung neuer Pharma-Präparate. Bei aller Notwendigkeit zu Einsparungen im Gesundheitswesen dürfe man die Zukunft der pharmazeutischen Forschung nicht gefährden, forderte er. Ausdrücklich versprach er der hessischen Pharma-Branche seine Unterstützung bei Verhandlungen über Reformen im Gesundheitswesen.
Diese Zusage gelte auch für die britische Firma GlaxoSmithKline. Sie wird die Impfstoffsparte Novartis Vaccines künftig weiterbetreiben, nachdem sich der schweizerische Konzern von diesem durchaus profitablen Bereich trennt.
Die Marburger Anlagen werden dann eines ihrer Vorzeigeobjekte sein. Die Zukunftsorientierung des neu eingeweihten Campus fasste die Personalchefin zum Ende der Feierstunde in der rhetorischen Frage zusammen: "Wer kann schon von sich behaupten, dass er auf dem Mars arbeitet?"
Franz-Josef Hanke
Text 9413 groß anzeigen

www.marburgnews.de

Diese Site wurde bisher schon 343-mal angeklickt. Letzter Aufruf: 07.12.2016, 15.00 Uhr.
© 2014 by fjh-Journalistenbüro, D-35037 Marburg