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Angst vor Augen


Theater thematisiert Furcht in neuer Spielzeit

10.04.2014 (kha)
"Das Marburger Theater ist ein Haus auf sicherem Fundament", erklärte Albert Zetsche vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK). Diese beruhigende Aussage des Vertreters des Landes Hessen im Aufsichtsrat des Hessischen Landestheaters Marburg steht in krassem Widerspruch zu den Sorgen vieler anderer regionaler Bühnen in Deutschland.
Das Programm der Spielzeit 2014/2014 stellte der Theaterintendant Matthias Faltz am Donnerstag (10.April) im Foyer der Galeria Classica vor. Das übergeordnete Thema für diese Spielzeit wird "Keine Angst" lauten. So wird die Beschäftigung mit der Angst Querverbindungen und eine übergeordnete Thematik zwischen den verschiedenen Stücken schaffen.
Eingeläutet wird die Spielzeit mit drei Premieren. Die Erste wird am Samstag (6. September) "Woyzeck" in einer modernisierten Bühnenfassung von Robert Wilson sein. Das morbide und albtraumhafte der Handlung wird durch Songs und Liedtexte von Tom Waits und Kathleen Brennan untermalt.
Am Samstag (13. September) geht es dann weiter mit "Elektra". Den antikem Stoff von Euripides‘ hat Regisseur Christian Fries als eine Art "Theaterexperiment" in die Gegenwart übersetzt.
Die dritte Premiere trägt den provokanten Titel "Fettes Schwein". Das moderne Stück von Neil LaBute befasst sich am Samstag (27. September) kritisch mit der nach Perfektheit strebenden Gesellschaft.
Bertolt Brechts "Das Leben des Galilei" wird am Samstag (1. November) unter der Leitung von Stephan Suschke im Fürstensaal des Landgrafenschlosses aufgeführt. "Das wird ein ganz besonderer Galilei werden", versprach Faltz.
Zum übergeordneten Spielzeit-Thema passt wohl Fanny Brunners Inszenierung von "Angst essen Seele auf" am 9. Mai 2015 am besten. In Anlehnung an den gleichnamigen Film von Rainer Werner Fassbinder behandelt sie den Zusammenhang zwischen subjektiver und kollektiver Angst.
Den Abschluss der Spielzeit bildet "Cinderella- A Rock’n‘ Roll Fairytale". Dieses Open Air-Spektakel interpretiert die Geschichte der Brüder Grimm am 13. Juni 2015 auf dem Marktplatz neu.
Neben den Eigenproduktionen wird es auch wieder Gastspiele geben. Das Figurentheater Wilde&Vogel wird "Faust" auf die Bühne bringen. Das Schauspiel Leipzig interpretiert in einer Koproduktion mit dem Hessischen Landestheater "The Black Hole Theatre".
Stolz verwies Faltz darauf, dass das Einnahme-Soll in der Spielzeit 2012/2013 erreicht worden ist. Das ist auch ein Grund dafür, dass die Preise für Theaterkarten nicht ansteigen werden.
Vier eigene Produktionen und drei Gastspiele hat das Junge Theater Marburg für Kinder und Jugendliche vorbereitet. Auch die beliebten "Extras" wie das "Theater der Finsternis", die "Hörtheatrale" und er "Afternoon-Tea" werden beibehalten.
Der Science Slam ist in der Saison 2014/2015 dreimal geplant. Vor allem bei Schulklassen stoße dieses Angebot auf reges Interesse, berichtete die stellvertretende Theaterintendantin Dr. Christine Tretow. Inzwischen müsse sie nicht mehr nach Teilnehmern suchen; vielmehr meldeten sich Interessierte direkt beim Theater.
Mit 305 Vorstellungen und 53.000 Zuschauern in der Spielzeit 2012/2013 können die Marburger Theatermacher durchaus zufrieden sein. Angst um ihre Zukunft müssen sie jedenfalls nicht haben.
Katharina Hahn
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