Logo: marburgnewsMobile Marburgnews

Zum Menü

Servus Stellplatzsatzung


Magistrat stellte Pläne für Parkplätze vor

28.02.2014 (ang)
Der Entwurf einer neuen Stellplatzsatzung wurde am Mittwoch (26. Februar) im historischen Saal des Rathauses vorgestellt. Die Abänderung hatte der Magistrat 2013 beschlossen. Bei der Bürgerinformationsveranstaltung wurde der Entwurf erörtert.
Die bestehende Satzung ist vom 31. März 1995. Ihre Vorgängersatzung stammt aus dem Jahr 1977.
Der Anwendungszeitraum beträgt damit etwa 15 bis 20 Jahre. Die Auswirkungen jedoch seien weitaus langfristiger einzuschätzen, sagte Jürgen Rausch vom Fachbereich Planen, Bauen, Umwelt der Universitätsstadt Marburg.
"Wir sprechen hier über die nächsten 50 Jahre“" erklärte Rausch. "Das liegt in der Natur dieses steuerungspolitischen Instruments."
Wegen der privaten, gewerblichen und universitären Nutzung der Stellplätze müssen unterschiedliche Interessen gewahrt werden. Die neue Satzung zeigt sich indes sehr Bauunternehmer-freundlich.
Vor allem die Minderung sowie die Ablösung bei der Herstellungspflicht von zukünftigen Stellplätzen macht das deutlich. Wo beispielsweise nach alter Satzung auf zwei Wohneinheiten drei Stellplätze kommen, sind es jetzt nur noch zwei.
Noch deutlicher werden die reduzierten Auflagen etwa bei Arztpraxen. Auf zwei Praxen mit 180 Quadratmetern Raumfläche kommen in der Kernstadt dann nur noch 18 Stellplätze. Bisher sind es 23.
Abhängig vom Nahverkehrsnetz wird die Stadt künftig in drei Zonen aufgeteilt. Die autoorientierten Satzungen der vergangenen Jahrzehnte sollen so den aktuellen Anforderungen der Stadt angepasst werden.
"Wir wollen eine zeitgemäße Stellplatzsatzung vorschlagen", betonte Bürgermeister Dr. Franz Kahle. Sie soll auch Fehlentwicklungen vorbeugen wie den ungenutzten Parkplatzflächen im Studentendorf.
Die zweite einschneidende Änderung betrifft die Ablösung eines Stellplatzes. Sie wird auf 8.000 Euro in der Kernstadt gedeckelt. Nach alter Satzung belaufen sich hier die Kosten auf über 15.000 Euro.
Damit nimmt die Stadt erhebliche Einbußen in Kauf. Dagegen hatte Erst kürzlich Oberbürgermeister Egon Vaupel ein neues Parkplatzkonzept angeregt, das die Schaffung von 1.500 neuen Stellplätzen vorsieht.
Bei weiteren Änderungen in der Satzung zeigt sich die Stadt nach Aussage von Kahle um weitere Differenzierungen bemüht. Zwischenfragen während der Präsentation des Entwurfs zeigten sie dabei jedoch als unzureichend.
Die Nachfrage nach dem Unterschied zwischen Läden und Einzelhandelsbetrieben etwa konnte nicht ausreichend geklärt werden. "Wir werden dann eine Grenze einziehen", zeigte sich Kahle offen für die Belange der Bürger. "Wir werden versuchen, alle Begrifflichkeiten zu klären."
Alexander Grebe
Text 9110 groß anzeigen

www.marburgnews.de

© 2014 by fjh-Journalistenbüro, D-35037 Marburg