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Unerwartete Geldgier


Lebenshilfe geht an den Kapitalmarkt

21.01.2008 (fjh)
Nun ist die Lebenshilfe vollkommen durchgeknallt: Im Jubiläumsjahr "50 Jahre Lebenshilfe in Deutschland" können Anleger mit sozialer Verantwortung erstmals ein sogenanntes "Lebenshilfe-Zertifikat" erwerben. Das hat die Bundesvereinigung Lebenshilfe (BVLH) am Montag (21. Januar) bekanntgegeben.
Bei einer Kapitalgarantie bietet dieses "Zertifikat" nach Aussage der Behinderten-Organisation " eine attraktive Möglichkeit, Geld anzulegen und beinhaltet zusätzlich einen Erlösanteil für die bundesweite
Aufklärungsarbeit der Lebenshilfe in Höhe von zwei Prozent des Anlage-Volumens".
Entwickelt wurde das Lebenshilfe-Zertifikat von der DZ-Bank, der Bremischen Volksbank, dem Lebenshilfe-Landesverband Bremen und der Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung. Der Erlös entsteht, indem die beteiligten Finanzpartner auf maßgebliche Anteile ihrer Provision verzichten.
Die Anleger können mit marktüblichen Renditen rechnen. Frühestens "ernten" sie ihre Erträge nach einem Jahr und zwei Monaten oder spätestens - mit entsprechend höherer Rendite - drei Jahre später. Und das geschähe selbst bei stagnierenden oder sogar fallenden Kursen, beteuert die Lebenshilfe.
Sollten hingegen bis Ende der maximalen Laufzeit von vier Jahren und zwei Monaten die erwarteten Annahmen nicht eingetroffen sein, erhalten die Anleger nach Angaben der Lebenshilfe ihr eingesetztes Nenn-Kapital zu 100 Prozent zurück.
Die Zeichnungsfrist für das Lebenshilfe-Zertifikat läuft noch bis zum 29. Februar 2008. Eine vorzeitige Schließung der Zeichnungsfrist aufgrund des begrenzten Volumens ist möglich.
Das Zertifikat eigne sich sowohl für institutionelle als auch für private Anlagen. Es kann bei allen Volks- und Raiffeisenbanken, aber auch bei allen anderen Geldinstituten gezeichnet werden.
Nachdem die Bundesvereinigung die Verlagerung ihrer Geschäftsführung von Marburg nach Berlin bekanntgegeben hat, ist das "Zertifikat" bereits der zweite Lapsus, mit dem die Lebenshilfe sich aus der sozialen Verantwortung für ihre treuen Marburger Freunde verabschiedet. Künftig scheint sie als Kapitalmarkt-Geier, Regierungs-Lobbyist und Karawanen-Kapitalist ihr "Glück" im Dunstkreis der Macht machen zu wollen. Also dann, adieu!
Franz-Josef Hanke/pm
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