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Soziales 2013


Problemfelder und Protestaktionen

31.12.2013 (fjh)
Wohnraummangel war 2013 eines der drängendsten sozialen Probleme in Marburg. Auf die Wohnungsnot besonders für Studierende hat die Gruppe "(T)Raumklinik" mit einer Aktion am Freitag (19. Juni) aufmerksam gemacht. Die ehemalige Augenklinik an der Robert-Koch-Straße wurde für ein Wochenende friedlich besetzt.
Bei der Räumung hat die Polizei 14 Hausbesetzer widerstandslos weggetragen. Gegen sie erstattete der Universitätskanzler Dr. Friedhelm Nonne Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs. Eine Vielzahl politischer Gruppen und Institutionen sowie zahlreiche Einzelpersonen haben die Philipps-Universität bis zum Jahresende vergeblich aufgefordert, diese Anzeigen zurückzunehmen und die Polit-Aktivisten nicht zu kriminalisieren.
Weiterhin ungelöst ist der Konflikt um das privatisierte Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM). Neben dem weiteren Abbau von Arbeitsplätzen wurde auch die überaus fragwürdige Entlohnung von Reinigungskräften thematisiert.
Trotz anderslautender Vereinbarungen ist die Partikeltherapie am UKGM immer noch nicht in Betrieb gegangen. Im Dezember kündigte die neue hessische Landesregierung an, sie werde deswegen eine Klage gegen die Rhön-AG als Betreiberin des Klinikums prüfen. Immerhin hatte der grüne Koalitionspartner die Nichteinhaltung des Vertrags über die Partikeltherapie zuvor zum Wahlkampfthema bei der hessischen Landtagswahl gemacht.
Den größten Teil ihrer Krankenhäuser hat die Rhön-AG Ende September an Fresenius veräußert. Ein Jahr zuvor war eine Übernahme des Gesamtkonzerns durch Fresenius noch gescheitert. Das UKGM ist jetzt allerdings beim Rhön-Restkonzern verblieben, was vielen Beobachtern Anlass zu weiterer Besorgnis gibt.
Zweimal gestreikt haben zum Jahresende die Busfahrer im Stadtlinienverkehr. Sowohl am Mittwoch (10. Dezember) als auch am Freitag (19. Dezember) standen auch die Stadtbusse in Marburg den ganzen Tag über still. Die Fahrer fordern eine bessere Bezahlung für ihre anstrengende Arbeit.
Auch 2014 könnte es wieder Streiks im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) geben. Zudem ist auch die Finanzierung der Regionalbuslinien und Anruf-Sammel-Taxen (AST) vor allem im ländlichen Raum überaus fraglich. Einige soziale Probleme in Marburg harren also noch einer nachhaltigen Lösung.
Franz-Josef Hanke
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