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Landrat Fischbach zog Bilanz seiner Amtszeit

13.12.2013 (fjh)
Nach der Jahresabschlußsitzung des Kreisausschusses zog Landrat Robert Fischbach am Freitag (13. Dezember) eine positive Bilanz seiner Amtszeit. Zum Jahresende scheidet der CDU-Politiker aus seinem Amt, das dann die SPD-Landrätin Kirsten Fründt übernehmen wird.
Eines der großen Themen im Kreis sei über Jahre hinweg das Müllproblem gewesen. Auch für ihn als Erster Kreisbeigeordneter sei es 1993 eine wichtige Aufgabe geworden.
Fischbach freute sich sehr darüber, dass man für das Thema Müllentsorgung eine sehr gute Lösung in der Zusammenarbeit mit dem Schwalm-Eder-Kreis gefunden habe. Die Gründung des Verbands Abfallwirtschaft Schwalm-Eder stehe für die dauerhaft gute Lösung bei diesem Thema, um das es nunmehr seit vielen Jahren sehr ruhig sei.
Seit 1996 leitet Fischbach die Kreisverwaltung als Landrat. Ein besonderes Anliegen war ihm dabei der Umbau der Verwaltung hin zu einer Behörde mit einem modernen Dienstleistungsgedanken.
Der Kreis habe den Anspruch, Menschen als Kunden zu betrachten. Erstmals wurde das mit großem Erfolg beim Umbau der Zulassungsstelle eingeführt und dann in alle anderen Bereiche nach und nach übertragen.
Das Thema Finanzen hat seine Amtszeit ebenso bestimmt, denn 1993 war das erste Jahr für den Kreis mit einem Defizit. In den Folgejahren habe es insbesondere durch die hohen Sozialleistungen enorme Defizite gegeben. Strikte Haushaltspolitik und das Drehen an allen Stellschrauben zur Einsparung hätten letztlich dazu geführt, dass inzwischen alle anderen Kreise in Hessen auf den Landkreis Marburg-Biedenkopf schauten, der - bezogen auf den Finanzhaushalt - hessenweit am besten dastehe.
Ein hohes Gut sei die Haushaltsdisziplin innerhalb der Verwaltung. Dennoch drücke immer noch ein Defizit von insgesamt rund 155 Millionen Euro Schulden. Deshalb müsse man auch weiterhin alle Anstrengungen unternehmen, um dieses Defizit weiter zurück zu fahren.
Nach der großen Koalition wurde dann 2001 die bundesweit erste "Jamaika-Plus-Koalition" aus CDU, Grünen, FDP und Freien Wählern geschmiedet, die zwei Legislaturperioden hielt und nunmehr ohne die FDP fortgesetzt wird. Das derzeit viel diskutierte Modell Schwarz-Grün werde in Marburg-Biedenkopf also bereits seit über zwölf Jahren erfolgreich praktiziert.
Als Optionskommune betreut der Landkreis seit 2005 die landzeit Arbeitslosen. Verbunden war das mit dem Aufbau einer komplett neuen Behörde. Fischbach hob die großen Erfolge des KreisJobCenters (KJC) hervor.
Außerdem nannte der Landrat den bereits im Jahr 2007 gefassten Beschluss, auf regionale Energien zu setzen und das Ziel, bis zum Jahr 2040 die im Kreis benötigte Energie selbst aus der Region zu generieren. Dieser Beschluss sei damals erst noch belächelt worden; nach Fukushima sei das jedoch ganz anders gewesen.
Weitere bedeutsame Entscheidungen, Maßnahmen und Aufgaben waren beispielsweise die Überführung von staatlichen Aufgaben in die Kreisverwaltung im Jahr 2005 mit der Zulassungsstelle und dem Veterinärwesen, die Einführung der kaufmännischen Buchführung "Doppik", der demografische Wandel, die Gesundheitsregion Marburg-Biedenkopf, das Gefahrenabwehrzentrum, das Tagungsgebäude oder etwa der Straßenbau. Er verwies auf das 34-Millionen Euro-Projekt im Sonderinvestitionsprogramm für die Schulen und das aktuelle 50-Millionen Euro-Projekt des Landkreises zur energetischen Sanierung der Schulen.
Zudem ging Fischbach auf die besondere Bedeutung der Partnerschaften ein. Als Beispiele nannte er die Partnerschaft mit Koscierzyna in Polen sowie die in diesem Jahr geknüpften Kontakte zur Region Alba/Langhe/Roero in Italien.
Sei diesem Jahr sei der Breitbandausbau im Landkreis unter Dach und Fach. Der Landkreis Marburg-Biedenkopf werde nunmehr der erste Landkreis in Hessen sein, der bis zum Jahr 2015 flächendeckend mit schnellem Internet versorgt sein wird. Hessenweit werde das Modell Marburg-Biedenkopf inzwischen von vielen anderen kopiert.
Als letztes großes Projekt nannte der scheidende Landrat die Rekommunalisierung der E.ON-Mitte. Den Kauf durch kommunale Anteilseigner - zwölf Landkreise aus Hessen, Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Niedersachsen sowie die Stadt Göttingen - hatte Fischbach als Verhandlungsführer für die kommunalen Vertreter vorangebracht. Der Rückkauf und die Wiedereinführung der früheren EAM stehen unmittelbar bevor.
"Der Landkreis ist gut aufgestellt", resümierte Fischbach. "In vielen Bereichen gelten wir als Vorzeigelandkreis, was nicht unangenehm ist. Mein Wunsch ist es, dass es auch in Zukunft so sein möge, dass andere sich bei uns etwas abschauen können."
pm: Landkreis Marburg-Biedenkopf
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