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Kurzfristig vorbereitet


28 US-Stipendiaten an Uni

20.09.2013 (nmf)
28 amerikanische Stipendiaten beendeten ihren Aufenthalt an der Philipps-Universität.
Vom 4. August bis zum 20. September wurden sie auf ihr Studienjahr in Deutschland vorbereitet.
Ein Schwerpunkt des Aufenthalts waren die Sprachkurse, die auf die unterschiedlichen Niveaus der Teilnehmenden eingingen. Doch auch Praxis war Teil ihres Aufenthalts. So besuchten die Kursteilnehmer auch eine Berufsschule und produzierten zusammen mit Radio Unerhört eine Sendung.
"Mit meinem Auslandsaufenthalt wollte ich meine eigenen Grenzen hinausschieben – die geographischen, und vor allem die der Welt, in der ich großgeworden bin", sagt der Biochemiker Sam Katz aus New York, der bis zu seinem 18. Lebensjahr der jüdisch-orthodoxen Gemeinde von Brooklyn angehörte. Für Deutschland habe er sich wegen der hohen akademischen Reputation entschieden – und weil er die Herausforderung einer neuen Sprache suchte, die er bisher nur über unübersetzbare Fachbegriffe aus Philosophie und Psychologie kannte.
Daneben bot die Philipps-Universität auch ein intensives Rahmenprogramm: "In einem Landeskundeseminar und verschiedenen Exkursionen lernten unsere Gäste die deutsche Geschichte, Politik und Kultur kennen", erzählt Organisator Raphael Peter. Er betreute die Gruppe während der vergangenen sieben Wochen. Auch der Orientalist Professor Dr. Albrecht Fuess vom Centrum für Nah- und Mitteloststudien betreute das Projekt, indem er Einblicke in das Thema "Islam in Deutschland" gab. Till Conrad, der Ressortleiter bei "Lokales" der Oberhessischen Presse, analysierte mit den Journalismusstudenten unter ihnen, die Rolle der Medien im NSU-Prozess.
Der Ausflug zum Museumsuferfest in Frankfurt war mit einer Führung zur Stadtgeschichte verbunde. Peter zufolge kam dieser Ausflug besonders gut an. "Mich fasziniert die Architektur in Deutschland – da war 'Mainhattan' das volle Kontrastprogramm zu Marburgs Fachwerkhäuschen," beschreibt Katz. Ein weiteres Highlight sei der Besuch des Hessischen Landtagsgewesen. "Dort erlebten wir sogar eine Podiumsdiskussion der Spitzenkandidaten der Parteien mit – das war Politik zum Anfassen!," berichtet Peter weiter.
Nach dem Vorbereitungsprogramm verfolgen die Fulbright-Stipendiaten ihre Studienprojekte an unterschiedlichen Universitäten in ganz Deutschland. Katz zieht es nach Berlin, wo er an einem Vorhaben zur Zellregeneration mitarbeiten wird. "Bereits zur Frankfurter Buchmesse im Oktober komme ich nach Hessen zurück", verspricht er. Schließlich werde er das Uni-Städtchen an der Lahn vermissen, das er sich über die letzten Wochen Schritt für Schritt erschlossen hat. Schade sei nur, dass er einige kulturelle Angebote erst im Laufe des Aufenthalts entdeckt habe: "Shakespeare's Mittsommernachtstraum in der Waggonhalle zu erleben, ohne den deutschen Text im Einzelnen zur verstehen, war eine besondere Erfahrung".
Die amerikanische Fulbright-Kommission wurde auf Initiative des US-Senators James William Fulbright unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg als weltweites Programm gegründet. Ziel war und ist es, das gegenseitige Verständnis zwischen den USA und mittlerweile 180 anderen Staaten durch akademischen und kulturellen Austausch zu fördern. Die deutsche Fulbright-Kommission hat seit ihrer Gründung 1952 mehr als 40.000 US-Amerikaner und Deutsche mit einem Stipendium bedacht. Prominente Stipendiaten waren zum Beispiel der Nobelpreisträger für Medizin Erwin Neher und der Tagesthemenmoderator und Autor Ulrich Wickert. Auch der ehemalige Bundestagsabgeordnete Peter Conradi und der amerikanische Kultautor Jonathan Franzen waren in der Vergangenheit Teil des Programms.
pm: Philipps-Universität Marburg
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