27.06.2008 (fjh)
Im Elektro-Rollstuhl von Marburg bis nach Marseille fahren wollen vier Studierende aus Marburg, die im Konrad-Biesalski-Haus wohnen. Mit einer Geschwindigkeit von 10 Kilometern pro Stunde wollen sie in knapp drei Wochen mehr als 1.200 Kilometer Entfernung überwinden.
Dabei sind etwa 20 Etappen eingeplant. Ein Zielort ist beispielsweise Straßburg.
"Die konkrete Planung und Realisierung werden natürlich viel Energie und Stress bedeuten. Aber wir wollen dieses Projekt unbedingt durchführen", beschrieb Jenny Bießmann als Ansprechpartnerin die Motivation bei der Aktion.
Neben der großen körperlichen Herausforderung der Rolli-Fahrer und einem extremen Belastungstest für die Technik bestehe das größte Problem in der Planung und Finanzierung der Tour. Streckenführung, Übernachtung und Begleitung müssten organisiert werden. Zudem müssten behindertengerechte Wohnwagen oder Wohnmobile gemietet werden, um eine flexible Etappenplanung zu ermöglichen.
Als Unterstützer wurde bereits die Rollstuhl-Firma "Permobil" gewonnen, die Elektro-Rollstühle zur Verfügung stellen wird. Außerdem wird das Sanitätshaus Maltry den technischen Support bei der geplanten Reise übernehmen.
Eine erste - ungefähr 50 Kilometer lange - Probefahrt ist für Samstag (28. Juni) als Tour rund um Marburg durch die Orte Großseelheim, Michelbach und Unterrosphe vorgesehen. Dabei sollen technische Eignung der Rollstühle sowie körperliche Belastbarkeit überprüft werden.
"Wir erhoffen uns, mit dieser Fahrt ein wenig für die Integration von Behinderten - sowohl in Deutschland als auch in Europa - tun zu können. Unsere - zugegebenermaßen etwas verrückte - Idee könnte beweisen, dass Körperbehinderte durch ein klein wenig Hilfe ein relativ unbenachteiligtes Leben führen können", hofft Martin Koßler. Auch er ist einer der vier Rollstuhlfahrer.
pm: AStA Marburg
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