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Anna Hofman


Kreistagsabgeordnete möchte Landrätin werden

19.08.2013 (fjh)
Zwölf Jahre gehört sie dem Kreistag an. Nun möchte Anna Hofmann Landrätin werden. Für die Linke kandidiert die 31-jährige Studentin am Sonntag (8. September) für den Spitzenposten im Landkreis Marburg-Biedenkopf.
"Bisher war ich immer nur Opposition", bedauert Hofman. "als Landrätin könnte ich mehr gestalten."
Wichtig wären ihr Bildung und Gesundheitsvorsorge im Kreis. Gerade in diesen Bereichen sieht sie ein enormes Gefälle zwischen der Universitätsstadt Marburg und dem ländlichen Umland. Ein Ausgleich wäre ihrer Ansicht nach eine der wichtigsten Aufgaben der Kreisverwaltung.
Im Kreis herrsche ein enormer Investitionsbedarf bei der Sanierung von Schulgebäuden. Die dafür bewilligten Gelder reichten bei Weitem icht aus, beklagt Hofman.
Problematisch sei auch die Zusammenlegung von Schulen in den Dörfern. Die Kandidatin sieht nicht ein, dass Erst- und Zweitklssler in einem anderen Ortsteil unterrichtet werden als die Schülder der dritten und vierten Klasse. "Bei diesem Konzept müssen alle Kinder irgendwann kilometerweit zur Schule fahren", bemängelt sie.
Eine probate Lösung sieht Hofman in der Zusammenlegung von Grund- und Hauptschulen mit Realschulen und Gymnasien zu Gesamtschulen. Diese Maßahme würde auch die Inklusion behinderter Schüler erleichtern.
Die Erfahrung der Beeinträchtigung durch eine Behinderung hat Hofman nach einem Sportunfall selber machen müssen. Seither leidet sie an einem komplizierten Wirbelsäulenschaden.
Für die Aufgabe einer Landrätin sei das jedoch kein Problem, meint sie. Vor allem ihre lange Erfahrung im Kreistag komme ihr als Landrätin sehr zugute.
Deutliche Kritik äußert Hofman am Umgang des KreisJobCenters (KJC) mit Erwerbslosen. Häufig würden sie zum Umzug in eine billigere Wohnung gedrängt, obwohl die geringe Kostenersparnis ihre Lebensbedingungen massiv beeinträchtige.
Für den Landkreis fordert Hofman eine kostenlose Beförderung Erwerbsloser und von Geringverdienern im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), wie sie die Stadt Marburg bereits mit ihrem Stadtpass verwirklicht hat. Zudem dürfe man kleinere Dörfer und Ortsteile nicht von der ÖPNV-Anbindung abhängen.
Eines ihrer Kernthemen sind die Finanzen. Nachdem das Land Hessen den kommunalen Finanzausgleich zunächst um 300 Millionen Euro gekürzt hatte, weise es den besonders bedürftigen Gemeinden, Städten und Landkreisen nun 100 Millionen über den sogenannten "Kommunalen Rettungsschirm" zu. Diese Herangehensweise findet Hofman unredlich und ungerecht.
Einsetzen möchte sich die Politikerin auch für den Ausbau erneuerbarer Energien im Landkreis. Wichtig sei dabei vor allem die dezentrale Energiegewinnung vor Ort. Das könnte auch die großen Stromkonzerne draußen halten, erläutert Hofman.
Auf die Frage, inwieweit Linke nicht auch die Wirtschftsstrukturen verändern wollten, reagiert Hofman mit einer doppelten Antwort: "Einerseits müssen wir die konkreten Aufgaben vor Ort bewältigen; andererseits wollen wir aber auch gerechtere Strukturen der Wirtschaft aufbauen. Wenn ich das aber konsequent verwirkliche, werde ich vielleicht nicht allzu lange Landrätin bleiben."
Franz-Josef Hanke
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