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Mitgekürzt


DGB warnt vor Altersarmut

02.07.2013 (nmf)
Wegen Rentenkürzungen und der Zunahme von Niedriglöhnen warnt der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) vor Altersarmut. Nach aktuellen Berechnungen des DGB muss jeder fünfte Vollzeitbeschäftigte im Landkreis Marburg-Biedenkopf künftig mindestens 47 Jahre lang arbeiten, um eine Rente zu bekommen, die knapp oberhalb der Grundsicherung liegt.
Diese dramatische Entwicklung hat zwei Gründe: Im Landkreis arbeiten 20 Prozent der Vollzeitbeschäftigten – 11.213 Menschen – zu einem Lohn von weniger als 1.890 Euro im Monat. Zudem soll das Rentenniveau nach den Plänen der Bundesregierung von derzeit knapp 50 auf 43 Prozent sinken.
Altersarmut wird dadurch auch eine Gefahr für Normalverdienende. Die Durchschnittsrente lag im Zugangsjahr 2012 im Landkreis bei nur 986 Euro für Männer und 499 Euro für Frauen. Würde das Rentenniveau von 43 Prozent schon heute gelten, läge die durchschnittliche Rente nur noch bei rund 847 Euro für Männer und bei nur  429 Euro für Frauen.
Der DGB fordert eine neue Ordnung am Arbeitsmarkt. Insbesondere die Beschäftigung im Niedriglohnbereich müsse ein Ende haben. DGB-Regionsgeschäftsführer Matthias Körner kritisierte: "Die Einführung eines einheitlichen gesetzlichen Mindestlohnes darf von der Bundesregierung nicht länger verweigert werden“.
Nach Ansicht des DGB ist es nötig und möglich, weitere Rentenkürzungen zu verhindern. Zudem müsse die Rente mit 67 abgeschafft und das Renteneintrittsalter wieder abgesenkt werden. "Wenn im Kreis Marburg-Biedenkopf nur noch 30,4 Prozent der 60- bis 64-Jährigen sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind, dann zeigt das deutlich, dass die Rente mit 67 nichts weiter als eine drastische Rentenkürzung ist“, sagte Körner.
pm: DGB Mittelhessen
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