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Gut abgeschnitten


Preis für Psychologen Mattejat

19.04.2013 (fjh)
Für seine Verdienste um die psychotherapeutische Versorgung von Kindern und Jugendlichen ist Prof. Dr. Fritz Mattejat am Freitag (19. April) in Berlin der Diotima-Ehrenpreis der Bundespsychotherapeutenkammer verliehen worden. Sowohl zur Methoden-Evaluation als auch zu einer adäquaten Ausbildung von Therapeuten habe der Preisträger entscheidend beigetragen.
Bis vor kurzem lautete die Devise, psychische Probleme bei Kindern und Jugendlichen würden sich mit zunehmendem Alter bessern. Heute weiß man, dass sich Schwierigkeiten dadurch eher verfestigen. Psychotherapie ist deshalb mittlerweile das Mittel der Wahl für die Behandlung psychisch kranker Kinder und Jugendlicher.
Dafür stehen vielseitige und wirksame Methoden zur Verfügung. Außerdem gibt es viele hervorragende Kinder- und Jugendlichen-Tsychotherapeuten, die sie anzuwenden
verstehen.
"Prof. Dr. Fritz Mattejat hat wichtige wissenschaftliche Nachweise zur Wirksamkeit psychotherapeutischer Behandlungen bei Kindern und Jugendlichen und wissenschaftlich begründeter Maßnahmen zur Verbesserung der Versorgung erbracht“, beschrieb der Kammerpräsident Prof. Rainer Richter die Leistungen des Marburger Psychotherapeuten. "Als Versorgungsforscher ist es für ihn dabei immer entscheidend gewesen, Psychotherapie dort zu untersuchen, wo sie stattfindet.“
Auch in der Therapieforschung interessierte ihn also insbesondere die pragmatische Anwendung. Das drückte sich in der Frage aus, ob Therapie, wie sie in der realen Gesundheitsversorgung geleistet wird, für die Patienten auch wirklich hilfreich ist.
Mattejat ist seit 40 Jahren als Psychotherapeut tätig. Bereits an der Berliner Klinik für Psychiatrie und Neurologie des Kindes- und Jugendalters bildete Familientherapie in den 70er Jahren Mattejats Forschungsschwerpunkt.
"Wir können Kinder und Jugendliche nur dann sinnvoll behandeln, wenn wir sie in ihrem Umfeld sehen und eng mit ihren Familien zusammenarbeiten“, betonte der Geehrte. Diesem Credo folgte er auch als Leiter der Familienambulanz der Marburger Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, an die er 1980 wechselte. Sseit 1981 ist er zudem Ausbilder junger Psychotherapeuten am damals neu gegründeten Marburger Weiterbildungsseminar für Kinder-, Jugendlichen- und Familientherapie.
Als nach der Verabschiedung des Psychotherapeutengesetzes 1999 die Therapieausbildung neu organisiert wurde, gründete Mattejat mit Kollegen aus Psychiatrie und Psychologie das Institut für Verhaltenstherapie und Verhaltensmedizin (IVV) an der Philipps-Universität. Während in anderen Instituten die Kindertherapie eher als Nebenprodukt betrachtet wurde, bildet sie am IVV den Schwerpunkt.
"Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, mit denen man eine kleine Erwachsenentherapie durchführt", erklärte der Preisträger. "Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten brauchen ganz spezielle Fertigkeiten, um ihren Patientinnen und Patienten sowie deren Familie zu helfen.“
Deshalb freue er sich ganz besonders, dass der Diotima-Preis der Psychotherapeutenkammer 2013 an Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten geht: "Das ist ein deutliches Zeichen, dass man die Bedeutung der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie in den Vordergrund stellen möchte. Mir war es schon immer ein Anliegen, dass die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie als wichtiger - der Erwachsenentherapie gleichwertiger - Zweig der Psychotherapie geachtet wird.“
Mit dem Diotima-Preis ehrt die deutsche Bundespsychotherapeutenkammer seit 2009 Personen, die sich in besonderer Weise um die Versorgung psychisch kranker Menschen verdient gemacht haben. 2013 ging der Preis an die beiden Kinderpsychotherapeuten Hans Hopf aus Baiersbronn und Mattejat.
Der Preis ist benannt nach einer Lehrerin des antiken griechischen Philosophen Sokrates. Diotima aus Mantinea inspirierte Sokrates, als erster Philosoph die Seele des Menschen in den Mittelpunkt seines Denkens und Lehrens zu stellen. Diotima-Preisträger Mattejat stellt die Seele der Kinder in den Mittelpunkt.
pm: Philipps-Universität Marburg
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