10.04.2013 (fjh)
Ein interaktiver Online-Kurs der
Philipps-Universität vernetzt mehrere hundert Studierende aus aller Welt. Der erste "Massive Open Online Course“ (MOOC) für Linguisten startet am Montag (15. April).
"Für den sechswöchigen Online-Kurs haben sich bislang 380 Studierende aus 60 Ländern angemeldet, es werden voraussichtlich bis zu 600 Teilnehmer“, erklärte Prof. Dr. Jürgen Handke vom Institut für Anglistik und Amerikanistik.
Veranstaltet wird der MOOC über den von ihm betreuten "Virtual Linguistics Campus“ (VLC). Das ist die am längsten an der Philipps-Universität betriebene E-Learning-Plattform.
Handke erläuterte, was das Besondere an dieser Form des Lernens ist: "Der MOOC ist mehr als ein herkömmliches Seminar an der Universität. Er lebt davon, dass sich die Lernenden vernetzen. Gemeinsam diskutieren sie Lösungen für wissenschaftliche Fragestellungen.“
Die Veranstaltung und das gesamte Kursmaterial sind für alle Interessierten offen zugänglich und kostenfrei. In Deutschland gehört die Philipps-Universität zu den ersten Anbietern dieses Lehr- und Lernformats.
Lernen mit MOOC bedeutet, dass Studierende im eigenen Tempo den multimedial aufbereiteten Lehrstoff durcharbeiten. Im "interaktiven Tutor“ können sie ihr Wissen überprüfen und über einen Test ein qualifiziertes Zertifikat erwerben.
Fragen diskutieren sie mit anderen Studierenden im Forum des Kurses. Sie können auch eigene Blog-Beiträge oder Tweets einstellen und so Informationen mit Teilnehmern aus aller Welt teilen.
"Selbstbestimmtes - international vernetztes - Lernen wird eine immer wichtigere Rolle in der universitären Lehre spielen“, ist Handke überzeugt. "In einer Welt, in der Informationen überall verfügbar sind, müssen die Universitäten Schritt halten.“
Da die Kurse für Studierende kostenfrei sind, werden sie zum Teil auch über Werbepartner finanziert. Marburg bietet im Fachgebiet Anglistik und Amerikanistik außerdem einen kostenpflichtigen Online-Masterstudiengang an, der gerade angelaufen ist und langfristig ebenfalls dazu beitragen soll, dass das Angebot finanziert werden kann.
Die Online-Lehre muss hohen Qualitätsstandards genügen. Studierende tauschen sich im Internet über ihre Erfahrungen mit den Kursen aus und bewerten sie.
"Es ist ein internationaler Wettbewerb um die beste Online-Lehre entstanden“, berichtete Handke. In der Linguistik ist Marburg führend bei E-Learning-Angeboten.
Marburger Studierende der Anglistik und Amerikanistik sind mit virtuellen Lehrveranstaltungen vertraut. Die multimedialen Kurse des "Virtual Linguistic Campus" werden zusätzlich durch einen umfangreichen YouTube-Kanal unter
www.youtube.com/linguisticsmarburg
unterstützt.
Das 2001 ins Leben gerufene Angebot baut Handke laufend aus. Sein Büro ist seit einem Jahr ein professionell ausgestattetes Filmstudio.
"Jede Woche produziere ich etwa zwei neue Lehrvideos.“ Handke hat bereits den nächsten Schritt im Blick: "Wir wollen erreichen, dass Studierende über einen MOOC auch Credit Points erwerben können, die als Prüfungsleistung anerkannt werden.“
Für den MOOC zum Thema "Phonetics, Phonology and Transcription“ können sich an dieser Lehr- und Lernform Interessierte noch bis Sonntag (14. April) kostenfrei anmelden. Weitere Informationen zur Anmeldung und zum Kurs finden sich unter
www.uni-marburg.de/fb10/iaa/aktuelles/news/vlc_mooc.
pm: Philipps-Universität Marburg
Text 8194 groß anzeigenwww.marburgnews.de