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Soziales 2012


Universitätsklinikum Gießen und Marburg drückte zusammen

31.12.2012 (fjh)
Sparmaßnahmen und Stellenabbau beim Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) waren 2012 in Marburg das wichtigste Thema im Bereich Soziales. Mit mehreren Demonstrationen und einem wöchentlichen "Gesundheitspolitischen Montagsgebet" in der Elisabethkirche machten Beschäftigte und Bürger ihrem Unmut über die Zustände im Klinikum auf den Lahnbergen Luft.
Ende April versuchte der Krankenhaus-Konzern Fresenius, die Rhön-Klinikum AG und mit ihr auch die beiden mittelhessischen Universitätskliniken zu übernehmen. Das Konkurrenzunternehmen Asklepios machte allerdings einen Strich durch diese Pläne, indem es eine größere Zahl von Rhön-Aktien aufkaufte.
Danach tauchten Gerüchte auf, nun sei der Klinik-Konzern Sana an einer Übernahme von Rhön interessiert. Das Unternehmen winkte jedoch schnell ab, da Asklepios weiterhin über eine Sperrminorität verfügte.
Angesichts der Streichung von mehr als 500 Stellen erhoben Beschäftigte, Bevölkerung und auch viele Politiker aus der mittelhessischen Region die Forderung, das Land Hessen solle die UKGM wieder in öffentlichen Besitz übernehmen. Die Privatisierung sei ein Fehler gewesen. Doch die Landesregierung ließ sich trotz mehr als 43.000 Unterschriften nicht zu der geforderten Rückführung bewegen.
Auch die einmütige Kritik aller wichtigen Gremien der Philipps-Universität nutzten nichts. Vielmehr wurde die groß angekündigte Partikeltherapie auf den Lahnbergen einfach nicht in Betrieb genommen.
Die bislang höchste Zahl von Studienanfängern im Wintersemester hat zu einer massiven Verknappung erschwinglichen Wohnraums im Stadtgebiet geführt. Zudem mussten die Stadtwerke Marburg (SWM) wegen der steigenden Fahrgastzahlen auch die Busanbindung der Lahnberge verbessern.
Eine eindrucksvolle Verbesserung hat das Jahr 2012 den behinderten Bürgern Marburgs gebracht. Erstmals hat die Universitätsstadt Marburg den mit 25.000 Euro dotierten Jürgen-Markus-Preis für Inklusion in Marburg vergeben. Künftig wird er alle zwei Jahre Aktivitäten für Projekte zur Inklusion Behinderter fördern.
"Marburg ist eine Stadt mit sozialem Herz", pflegt Oberbürgermeister Egon Vaupel gelegentlich zu sagen. Auch wenn in der mitelhessischen Universitätsstadt noch einiges verbesserungsfähig ist, hat diese Aussage doch durchaus ihre Berechtigung.
Franz-Josef Hanke
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