30.12.2012 (fjh)
Von der Ketzerbach her ertönte ein lautes Krachen. In rhytmischen Abständen donnerte es, während zwischendurch ein deutliches Zischen zu hören war.
Der Böller wurde allerdings gut 28 Stunden zu früh gezündet. Als die lauten Geräusche am Sonntag (30. Dezember) erklangen, war es kurz vor 20 Uhr.
Offenbar wusste der Mensch mit dem Feuerwerk nicht, dass er etwas Verbotenes tat. Erlaubt ist das Abbrennen von Feuerwerkskörpern nämlich nur in der Silvesternacht zwischen 22 und 2 Uhr.
Die gesamte Oberstadt ist völlig tabu für Böller. Gleiches gilt auch für das Landgrafenschloss.
Hier dürfen lediglich professionelle Feuerwerker ihre Raketen zünden. Amateure könnten mit unvorsichitgem Handeln schließlich die historische Bausubstanz gefährden.
Ohnehin fragt sich mancher Mitmensch jedes Jahr wieder, wo die Leute das viele Geld für die Kracher hernehmen. Angesichts des Hungers und der Not in an"deren Ländern, aber auch der Armut gleich in unmittelbarer Nachbarschaft wäre vielleicht eine Spende schöner als das schnell vergängliche Leuchten.
Leuchtende Augen machen doch sicherlich mehr Freude als eine Rakete, die nur wenige Sekunden lang am Himmel aufsteigt und dann sofort wieder zerfällt. "Brot statt Böller" ist sicherlich nachhaltiger.
Franz-Josef Hanke
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