01.12.2012 (fjh)
Die Sanierung der Stadthalle will die
Universitätsstadt Marburg schon 2013 in Angriff nehmen. Das hat die Stadtverordnetenversammlung (StVV) am Freitag (30. November) mit den Stimmen von SPD, Grünen und Linken beschlossen.
30 Millionen Euro soll die grundlegende Erneuerung des
Erwin-Piscator-Hauses (EPH) an der Biegenstraße kosten. Wieland Stötzel von der CDU-Stadtverordnetenfraktion vermutete hingegen, dass die Sanierung nicht unter 40 Millionen zu haben sein wird. Deshalb plädierte die CDU-Fraktion für einen Neubau an anderer Stelle.
Dem stellten sich SPD und Grüne entgegen. Für sie ist eine Erneuerung der Stadthalle an ihrem bisherigen Platz auch eine Aufwertung der Innenstadt. Das EPH sehen sie als Bestandtteil einer "Kulturzeile an der Biegenstraße".
Umgezogen war Marburgs größter Veranstaltungssaal schon in den 60er Jahren. Damals wurden die Stadtsäle an der Universitätsstraße wegen ihrer zu geringen Größe abgerissen, um einen Geschäftsneubau zu weichen.
Die neue Stadthalle entstand mehrere hundert Meter weiter nördlich an der Biegenstraße neben dem gut 30 Jahre älteren Ernst-von-Hülsen-Haus. Genau gegenüber errichtete die
Philipps-Universität ihr zentrales Hörsaalgebäude. Damit entstanden gleich zwei große Veranstaltungsräume in unmittelbarer Nachbarschaft.
Alle, die die alten Stadtsäle an der Kreuzung von Gutenbergstraße und Universitätsstraße noch kennen, trauern dem Bau im Jugendstil auch heute noch hinterher. Zwar waren die Verhältnisse dort recht beengt und der Brandschutz bescheiden, aber das Flair war einfach gemütlich.
Das hingegen war die Stadthalle von Anfang an sicherlich nicht. Auch ihre Benennung nach dem einstigen Marburger Theaterintendanten und späteren Hollywood-Filmregisseur Erwin Piscator hat das mit Asbest belastete Bauwerk nie wirklich in die Herzen der Marburger Bevölkerung hineinpflanzen können.
Fest verankert in ihrer Erinnerung bleiben jedoch die alljährlichen Kindermärchen und andere Aufführungen des
Hessischen Landestheaters, legendäre Konzerte des
Marburger Konzertvereins und des
Marburger Konzertchors sowie vieler anderer berühmter Künstler oder auch die Auftritte bekannter Kabarettisten im Rahmen des
Marburger Kabarettherbsts des
Kulturladens KFZ. Für sie alle wird die Zeit der Erneuerung sicherlich viele Widrigkeiten mit sich bringen. Umso mehr hoffen alle, dass die erneuerte Stadthalle schon bald in neuem Glanze wiedereröffnet wird.
Franz-Josef Hanke
Text 7820 groß anzeigenwww.marburgnews.de