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Glückwunsch zum Geburtstag


Alt-Oberbürgermeister Dietrich Möller wird 75

03.11.2012 (fjh)
Seinen 75. Geburtstag feiert Dietrich Möller am Samstag (3. November). Neben Schwester Edith Franke, Prof. Dr. Hans-Gerhard Schwick und Prof. Dr. Reinfried Pohl ist er der vierte lebende Ehrenbürger Marburgs.
Als erster Oberbürgermeister in Hessen wurde er nach Änderung des kommunalen Wahlrechts im Frühjahr 1993 direkt gewählt. Zwölf Jahre lang stand der CDU-Politiker ab dem 30. Juni 1993 an der Spitze des Rathauses, wohin ihm 2005 sein damaliger Stellvertreter Egon Vaupel von der SPD folgte.
Für seine Verdienste um die Universitätsstadt Marburg ernannte ihn die Stadtverordnetenversammlung (StVV) bei seinem Ausscheiden aus dem Amt zum Ehrenbürger. Am 14. August 2006 verlieh Bundespräsident Prof. Dr. Horst Köhler ihm das Bundesverdienstkreuz I. Klasse.
Nach dem Ende seiner zweiten Amtszeit als Oberbürgermeister übernahm Möller den Vorsitz des VfL Marburg. Zudem ist er Präsident des Hessischen Jagdverbands.
Seine berufliche Laufbahn hatte der gebürtige Dortmunder zunächst mit einer Ausbildung zum Landwirtschaftsmeister begonnen. Als Kreistagsabgeordneter des Landkreises Marburg und des 1974 fusionierten Landkreises Marburg-Bidenkopf sammelte er ab 1972 wichtige kommunalpolitische Erfahrungen, bevor er 1978 in den Hessischen Landtag aufrückte. Dort stieg er bis zum Stellvertretenden Vorsitzenden der CDU-Landtagsfraktion auf.
Seine Wahl zum Marburger Oberbürgermeistr verdankte Möller nicht zuletzt auch der politischen Ungeschicklichkeit von Dr. Gerhard Pätzold. Der SPD-Bürgermeister war bei der Wahl mit der Aussage angetreten, er werde eine Große Koalition mit der CDU einem Bündnis mit den Grünen vorziehen. Letztlich straften die Wahlberechtigten ihn und die SPD für diese Aussage ab, indem sie Pätzold die Stimme verweigerten.
Fortan regierte Möller mit einer rot-grünen Mehrheit im Magistrat. Seinem Geschick im Umgang mit Menschen und einer erfolgreichen Sparpolitik als Kämmerer verdankte er 1999 seine Wiederwahl. Der damalige Bürgermeister Vaupel scheiterte relativ deutlich gegen den beliebten CDU-Amtsinhaber.
Im Gegensatz zu seinem Amtsvorgäner Dr. Hanno Drechsler pflegte Möller einen sehr bürgernahen Verwaltungsstil. Der begnadete Kommunikator suchte immer das Gespräch mit den Menschen und war dabei auch offen für Kritik.
Sozialpolitisches Einfühlungsvermögen bewies Möller beispielsweise bei der Einweihung des blindengerechten Planetenlehrpfads und mit seinem erfolgreichen Engagement gegen eine Kürzung des Hessischen Blindengelds. Nicht unumstritten waren dagegen seine spontane Intervention zugunsten des finanziell angeschlagenen Software-Centers Marburg (SCM) sowie sein Auftritt beim Deutschen Burschentag in der Stadthalle.
An seinem 75. Geburtstag veranstaltet die CDU einen Kreisparteitag. Dort hat sie Marion Zacho mit 93-prozentiger Mehrheit zu ihrem Bewerber um das Amt des Landrats gewählt. Der bisherige Amtsinhaber Robert Fischbach scheidet nach zwei Amtszeiten im Frühjahr 2013 aus Altersgründen aus.
Vor allem zu Beginn seiner Amtszeit merkte man mitunter, dass Fischbach sich Möller als Vorbild für seinen Führungsstil im Landkreis Marburg-Biedenkopf genommen haben dürfte. Die Souveränität Möllers erreichte er allerdings nicht.
Der Jubilar widmet sich inzwischen vor allem seinem Hobby und frönt der Jagd. Auch als Präsident des Fußballvereins beweist er weiterhin seine Fähigkeit, Menschen mit unterschiedlichen Standpunkten zusammenzubringen. Bei seiner eigenen Partei ist das während seiner Amtszeit als Oberbürgermeister allerdings nicht immer gut angekommen.
Franz-Josef Hanke
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