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Zwei Projekte


Uni erhält 12 Millionen für ein richtig gutes Studium

31.10.2012 (fjh)
Den Förderbescheid für zwei Projekte zur Verbesserung von Beratung, Betreuung und Lehre an der Philipps-Universität hat der Staatssekretär Dr. Helge Braun vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen eines Festakts am Dienstag (30. Oktober) überreicht. 12 Millionen Euro aus Mitteln des - von Bund und Ländern finanzierten - "Qualitätspakts Lehre" fließen in den kommenden fünf Jahren an die Universität.
Rund 150 Gäste feierten den offiziellen Auftakt des Projekts in der Alten Aula. Unter ihnen waren der wissenschafts- und hochschulpolitische Sprecher der Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Daniel May, der Leiter des Marburger Studienseminars für Lehramt an Gymnasien, die Schuldirektoren der Martin-Luther-Schule und des Gymnasiums Philippinum, Vertreter der Agentur für Arbeit in Marburg sowie zahlreiche Studierende, Mitarbeiter, Freunde und Förderer der Universität.
"Für die Studierenden wird das alles hier gemacht", betonte Universitäts-Vizepräsident Prof. Dr. Harald Lachnit. "Ihren persönlichen Studienerfolg zu fördern, ist unser Antrieb. Das beginnt damit, sie bei der Wahl des passenden Studiengangs zu unterstützen.“
Braun hob hervor, dass "das Marburger Projekt eines der größten bundesweit“ sei. Der Qualitätspakt Lehre sei ein kurzfristig aus der Taufe gehobenes Programm.
"Wir haben gemerkt, dass die Universitäten einen hohen Bedarf haben und schnell Unterstützung brauchen", erklärte er. Deutschland müsse wettbewerbsfähig bleiben.
"Dafür brauchen wir eine Quote von 50 Prozent der Jugendlichen, die erfolgreich ein Studium absolvieren", erklärte Braun. "Das sind 20 Prozent mehr als jetzt.“
Ein wichtiges Anliegen des Qualitätspakts Lehre sei es, die Abbruchquoten zu senken. "Ein Studienabbruch ist ein doppelter Verlust", sagte Braun. Das gelte "volkswirtschaftlich und persönlich für jeden Einzelnen“. Mehr Studierende besser auszubilden, sei die große Herausforderung der nächsten Jahre und Jahrzehnte, bei der "wir die Länder nicht alleine lassen wollen“.
Als Mediziner freute sich Braun über die Vorstellung des - mit knapp einer halben Million Euro geförderten - Projekts "Praktische klinische Kompetenz“, das Marburg gemeinsam mit den Universitäten Gießen und Frankfurt durchführt. Als Leiterin des Reinfried-Pohl-Zentrums für Medizinische Lehre berichtete Diplom-Pädagogin Tina Stibane, dass in Deutschland der Praxisbezug in der Ärzteausbildung zu kurz komme.
"Mit den Fördermitteln verbessern wir Sicherheit, Qualität und Effektivität in der Lehre“, erklärte sie. Dazu werden neue Medien für das E-Learning entwickelt, Unterrichtsmethoden und Prüfungen reformiert und die Lehrenden in Medizindidaktik weitergebildet.
Lachnit stellte die Komponenten des Projekts vor: "Um die Studienwahl zu unterstützen, verbessert die Philipps-Universität die Studieninformationen und entwickelt Instrumente für die Selbsteinschätzung. Die Weiterentwicklung der Studieneinführungswochen unterstützt die Studierenden beim Ankommen an der Universität. Das Angebot an Tutorien wird ausgebaut. „Die Förderung ermöglicht uns, in den nächsten fünf Jahren 1.200 zusätzliche Tutorien anzubieten.“
Als Kern des Projekts sieht Lachnit den Einsatz von Lehrern und Lehrerinnen im Hochschuldienst: "Wir werden 33 Lehrkräfte einsetzen, die 16 zusätzliche Vollzeitstellen besetzen. Das entspricht dem Lehrpersonal eines mittelgroßen Fachbereichs.“
Weitere Komponenten sind die hochschuldidaktische Weiterbildung und die Qualitätssicherung in den Studiengängen. "Für die Qualitätssicherung werden wir unter anderem Fachbereichsberater einsetzen", kündigte der Vizepräsident an. "Sie sollen als Wanderer zwischen den Welten den Austausch von guten Lösungen zwischen den Fachbereichen unterstützen.“
pm: Philipps-Universität Marburg
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