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Der 15. Oktober ist Tag des weißen Stockes

14.10.2012 (fjh)
Ihr Klicken hört man überall in der Stadt. Aus Marburg sind die weißen Stöcke kaum mehr wegzudenken. Am Montag (15. Oktober) begehen die Blinden weltweit den "Tag es weißen Stockes".
1964 hatte der damalige US-Präsident Lyndon B. Johnson gemeinsam mit den amerikanischen Blindenverbänden dieses Datum als Tag zur Erinnerung an die besonderen Belange blinder Menschen vereinbart. In Deutschland wurde ihm inzwischen eine ganze "Woche des Sehens" vorangestellt.
Sie weist darauf hin, dass der Übergang vom Sehen zur Blindheit fließend ist. Nur fünf Prozent aller Menschen, die in Deutschland als "blind" anerkannt sind, verfügen nicht über einen geringen Sehrest.
Dennoch müssen sich viele mit dem weißen STock vorantasten. Mechanisch sondiert er die Umgebung.
Der Langstock ist an Körpergröße und Schrittlänge seines Nutzers angepasst. Er trifft überall dort auf, wo mit dem nächsten Schritt der Fuß hintritt. So geht er dem Blinden letztlich einen Schritt voraus.
Die Stocktechnik soll verhindern, dass der Blinde gegen Hindernisse läuft oder in Gruben stürzt. Absolute Sicherheit gewährt sie allerdings nicht.
Überhaupt keinen Schutz bietet sie gegen Hindernisse, die sich nur oberhalb der Gürtellinie befinden. Hervorragende Pritschen von Lastwagen oder Markisen und Schilder in Kopfhöhe kann der Blindenstock nicht ertasten.
Vor allem dient er der Kennzeichnung stark sehbeeinträchtigter Menschen. Als internationales "Verkehrszeichen" hat er andere Symbole wie die drei schwarzen Punkte auf einer gelben Armbinde ersetzt.
Zunehmend wird der Langstock als Orientierungshilfe indes von Führhunden abgelöst. Intelligente Tiere sind in der Lage, auch schwierige Verkehrssituationen zu bewältigen, auf Menschen zuzusteuern und Bekannte wiederzuerkennen.
Aber ein Hund ist nicht jedermanns Sache. Das gilt für Blinde ganz genauso wie für alle anderen Menschen.
Überhaupt sind Blinde ebenso unterschiedlich wie die restliche Bevölkerung. Deshalb sollte man vorsichtig fragen und seine Hilfe anbieten statt Blinde einfach am Arm zu greifen und irgendwohin zu ziehen.
Franz-Josef Hanke
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