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König Fußball nervt


Ausländerfeindliche deutsche Fans in Klagenfurt

08.06.2008 (fjh)
Noch ehe die Fußball-Europameisterschaft begonnen hatte, herrschte weithin schon das ausufernde Fußball-Fieber. Beinahe schon im Tages-Rhythmus veröffentlichte die Deutsche Blindenstudienanstalt (BliStA) Pressemitteilungen über Blinden-Fußball. Und auch sonst drehte sich überall fast alles nur noch um "König Fußball".
Echte Demokraten haben derzeit ein Problem: Wer diesem ungewählten "König" nicht huldigt, der wird von vielen an den Rand gedrängt. Denn überall ist Fußball in aller Munde. Selbst die unsportlichsten Zeitgenossen zeigen sich - zumindest verbal - überaus sportlich.
Auch Blinde müssten allesamt Fußball-Fans sein, ginge es nach dem Pressesprecher der BliStA. Natürlich sieht Rudi Ulrich hier auch seine Chance, sein vermeintlich "sperriges" Thema bei der Bevölkerungsmehrheit durch die kalte Küche der Kick-Leidenschaft unterzubringen. Aber so oft diese Balla-Balla-Tour vom Leder zu ziehen, hat am Schluss einfach nur noch genervt.
Regelrecht ärgerlich wird der aufgeklärte Demokrat aber spätestens dann, wenn er von rechtsradikalen Ausschreitungen im Vorfeld des Auftakt-Spiels der deutschen Fußball-Nationalmannschaft der Männer im österreichischen Klagenfurt hört. Dort waren 140 deutsche "Schlachtenbummler" am Sonntag (8. Juni) verhaftet worden, nachdem sie polnischen Fußball-Fans fremdenfeindliche, rassistische und antisemitische Parolen an den Kopf geworfen hatten.
Pikanterweise hat dann ausgerechnet der "Pole" Lukas Podolski die beiden Tore für die deutschen Kicker erzielt. Für manch teutschen Toren mögen das dann doch vielleicht polnische Eigentore gewesen sein.
Angesichts solcher Neonazis im Stadion oder davor lobt sich selbst der Leder-abstinente Demokrat Mannschaften wie den FC United of Manchester. Dieser britische Club wendet sich vehement "gegen Rassismus im Sport".
Sein Freundschaftsspiel gegen eine Auswahl zweier Marburger Fußball-Vereine begann am Freitag (6. Juni) mit einer Demonstration unter dem Motto "Fußball gegen Rassismus".
Und am Ende des Spiels war es einigen Zuschauern und Spielern gar nicht mal so wichtig, dass das Team aus Manchester die Partie gewonnen hatte. Denn wenigstens hier galt noch das alte olympische Motto: "Dabeisein ist alles!"
Franz-Josef Hanke
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