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Angespielt


Anne Chaplet las in der Stadtbücherei

30.08.2012 (jnl)
Mit viel Schwung und Publikumszuspruch startete das Marburger Krimifestival 2012 an einem genuinen Ort der Literatur in Marburg durch. Rund 70 Neugierige waren zur zweiten Veranstaltung des Krimifestivals am Mittwoch (29. August) in die Stadtbücherei Marburg gekommen. Die hier bestens bekannte Anne Chaplet alias Cora Stephan stellte ihren neuen Roman sowie die Serienheldin und Staatsanwältin Karen Stark vor.
Der Buchtitel "Erleuchtung" verweist indes nicht auf religiöse oder esoterische Anklänge, sondern auf die peruanischen Terroristen vom "Leuchtenden Pfad". Dunkle Machenschaften führen von der 68er-Generation zu Morden in Peru und einer verschwundenen Frau im ländlichen Vogelsberg. Als verbindendes Scharnier ermittelt der mit Karen Stark liierte Hauptkommissar Giorgio DeLange aus Frankfurt am Main gegen Dunkelmänner aus den tonangebenden Kreisen der hessischen Gesellschaft. Beinahe bleibt er dabei auf der Strecke.
An Spannungszutaten hat die Autorin nicht gespart. Der Ermittler wird bedroht, verprügelt und mit untergeschobenem Rauschgift beinah aus dem Polizeidienst gekegelt.
Auf seiner Dienstreise in die indigenen Dörfer unter der Inka-Ruinenstadt Machu Picchu stößt er auf blutige Vergangenheit. Dann wieder nimmt er mit seiner schönen - aber launenhaften - Staatsanwältin an Frankfurter Karnevalsbällen teil.
In drei ausgedehnten Lesekapiteln ließ Chaplet die drei Protagonisten und Spielorte ihres Romans vor den inneren Augen des Publikums erstehen. Man erlebte DeLange als Reisenden im andinen Peru, Stark als Dame der Gesellschaft in Frankfurt und Bremer als scharfen Beobachter des dörflichen Lebens.
Schmunzelnd plauderte die Autorin vor dem Publikum über die realen Zusammenhänge hinter dem Serien-Arrangement. Ähnlich wie Karl Mai habe sie die Reise nach Peru allein aus ihrer Phantasie sowie Recherchen geschaffen.
Als neunter Roman mit Karen Stark und Paul Bremer solle "Erleuchtung" zugleich der letzte dieser Reihe sein. Nur die Figur Giorgio DeLange werde sicherlich in weiteren Romanen mitspielen.
Vergnügt gab Chaplet preis, dass hinter dieser Gestalt ein befreundeter Polizist stecke. Mit ihm gemeinsam habe sie die Figur entworfen und reale Erfahrungen aus dem Kriminalistenalltag eingebaut.
Die Staatsanwältin Stark sei keineswegs ihr eigenes Alter Ego. Eher identifiziere sie sich mit Bremer, der - gerade wie sie selbst - als Zugezogener, ehemaliger Städter in einem hessischen Dorf lebe.
Die Bibliothekarin Cornelia Wiegand, die als fachlich Zuständige für Belletristik eine Moderatorenrolle übernommen hatte, gab sich als langjähriger Fan der Chaplet-Romane zu erkennen. Als Gastgeber hatten die Bücherei-Macher zudem mit einer eigenen Saft- und Weintheke die Autorenlesung zu einem Abend der nicht allein geistigen Genüsse gestaltet.
Jürgen Neitzel
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