16.08.2012 (fjh)
"Gesundheit, Lehre und Forschung gehören in die öffentliche Hand!" Mit dieser Begründung fordert der
Allgemeine Studierenden-Ausschuss (AStA) eine sofortige Vergesellschaftung des
Universitätsklinikums Gießen und Marburg (UKGM) sowie eine "konsequente Abkehr vom
Privatisierungsdogma und der Abhängigkeit von Großkonzernen".
Im Jahr 2006 wurde das Klinikum von der
Schwarz-Gelben Landesregierung gegen den Widerstand des AStA Marburg privatisiert. Seit dem wurden die Rechte von Mitarbeitern mit Füßen getreten. Die Patientenversorgung verschlechterte sich dramatisch.
Mittlerweile sei es im Landkreis Marburg-Biedenkopf als Konsens anzusehen, dass das Universitätsklinikum wieder in die öffentliche Hand gehört. Deshalb verlangte der AStA am Mittwoch (15. August), die "unverantwortliche Scheindebatte um einen anderen Konzern als Käufer zu beenden und konsequent die Klinik unter demokratische Kontrolle zu bringen".
Dabei stellt sich für den AStA keine Frage einer Entschädigung der Aktionäre. Vielmehr forderte die Studierendenvertretungdie Prüfung einer Entschädigung der durch die Privatisierung Geschädigten.
"Gesundheit, Forschung und Lehre können nicht von einem Konzern betrieben werden", meinte die ASTA-Vorsitzende Anne-Katharina Grabikowski. "Es ist ein Armutszeugnis, dass hier ein Privatisierungsdogma um jeden Preis durchgesetzt werden soll. Der Rhön-Konzern hat gemacht, was in der Privatwirtschaft normal ist: Er hat versucht, Gewinne einzustreichen. Es muss anerkannt werden, das die Menschenrechte Gesundheit und Bildung nicht durch Märkte reguliert werden können und dürfen."
"Die Debatte um einen neuen Käufer ist in jeder Hinsicht unverantwortlich", erklärte die stellvertretende AStA-Vorsitzende Zuhal Demir. "Das Klinikum gehört uns allen. Eine Uni-Klinik ist nicht für den Profit weniger, sondern für die Gesundheit, Forschung und Bildung aller da. Sie trägt damit eine Verantwortung, die nicht den Launen des Marktes überlassen werden darf."
pm: AStA Marburg
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