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Schießender Dalai Lama vorgestellt


Klemens Ludwig präsentierte im TTZ sein Buch "Dalai Lama – Botschafter des Mitgefühls"

04.06.2008 (sts)
"Der Dalai Lama hat für einen tibetanischen Mönch ein sehr ungewöhnliches Hobby: Er ist ein passionierter Schütze. Natürlich schießt er aber nicht auf Lebewesen", sagte Klemens Ludwig schmunzelnd. Der freie Publizist, Autor und Astrologe las am Montag (2. Juni) im Technologie- und Tagungszentrum (TTZ) aus seinem Buch "Dalai Lama – Botschafter des Mitgefühls". Rund 40 Interessierte hatten sich zu der - von der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung, dem Institut für Politikwissenschaft der Philipps-Universität und der kulturellen Aktion "Strömungen" organisierten - Veranstaltung eingefunden.
In seinem Buch berichtet Ludwig nicht nur über den Werdegang des geistlichen Oberhaupts der Tibeter, sondern beleuchtet aus persönlicher Kenntnis auch den Menschen hinter dem Amt. So beschreibt er einen typischen Tag im Leben des Dalai Lama in seinem indischen Exil in Dharamsala vom Aufstehen um 3:30 Uhr über das Laufband-Training, die BBC-Früh-Nachrichten, das tägliche Rezitieren von Mantras und das Studium religiöser Texte bis hin zu den unzähligen Audienzen und Besuchen.
Seinen Vortrag unterlegte Ludwig mit zahlreichen Dias von seinen Reisen durch Indien und Tibet. Zu Beginn führte er das Publikum in die Grundlagen des Buddhismus, seine Entstehung, seine Verbreitung und seines Niedergangs ein. Auch die historische Entwicklung Tibets war Teil seines ausführlichen und fundierten Vortrags.
Doch es ist vor allem die Person des 14. Dalai Lama, "einem Kult-Charakter unserer Zeit“, wie Ludwig selbst sagte, die die Menschen weltweit fasziniert.
Keineswegs klammerte Ludwig bei seinen Ausführungen aber die Kritik an Tenzin Gyatso - wie der Dalai Lama mit bürgerlichem Namen heißt - aus. Er zitierte sogar einen Spiegel-Artikel von Per Hinrichs mit dem Titel "Der liebe Gottkönig mit der Kassenbrille“, in dem der Dalai Lama unter anderem als "Tempel der Plattitüden“ bezeichnet wird.
Man müsse differenzieren, zu welchen Anlässen der Dalai Lama auftrete. In Zeitungsinterviews wähle er sicherlich eine vereinfachte Ausdrucksweise, um besser verstanden zu werden. Bei speziell religiös geprägten Veranstaltungen hingegen gehe er weit über das Niveau von "Kalendersprüchen“ hinaus, wie es im Spiegel-Artikel geheißen hatte.
Ein Aspekt, dem er seine große Popularität verdanke, seien sicher seine fehlenden Berührungsängste. Auch bei hochoffiziellen und durchorganisierten Treffen finde er immer wieder Gelegenheit zu Gesprächen mit den "einfachen Leuten“ wie dem Zimmermädchen im Hotel oder dem Bauarbeiter an der Straße. "Er lebt die Gleichheit der Menschen vor“, sagte Ludwig.
Selbst dem "Playboy" habe der Dalai Lama mal ein Interview gegeben. Am Ende habe er den Lesern mit auf den Weg gegeben: "Wahre Befriedigung erfolgt nicht über äußere Stimulation, sondern über die Schulung des Geistes."
Stephan Sonntag
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