Logo: marburgnewsMobile Marburgnews

Zum Menü

Sparer


AStA kritisiert Finanzkontrolle an Uni

21.05.2012 (fjh)
Organisationsdefizite im Haushalts- und Rechnungswesen der Philipps-Universität soll künftig ein Unternehmensberater herausfinden. Diesen Kompromiss zwischen dem Land Hessen und der Philipps-Universität hat der Allgemeine Studierenden-Ausschuss (AStA) am Montag (21. Mai) scharf kritisiert.
Das hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK) will einen Berater damit beauftragen herauszufinden, wo es an der Marburger Universität "bestehende Organisationsdefizite im Haushalts- und Rechnungswesen" gibt. Im letzten Haushaltsjahr hatte die Uni ein Minus von 29,4 Millionen Euro eingefahren.
Dieser Ansatz wurde vom Referat für Hochschulpolitik entschieden zurück gewiesen: "Dieses Minus ist nicht die Folge von Fehlwirtschaft an der Philipps-Universität. Diese Gelder fehlen schlicht und einfach, weil das Land Hessen - nicht zuletzt durch den Hochschulpakt - die Hochschulen des Bundeslandes nicht ausreichend finanziert und gleichzeitig erwartet wird, die steigenden Studierendenzahlen zu bewältigen."
Laut AStA soll sich das Ministerium lieber Gedanken über eine ausreichende und bedarfsdeckende Ausfinanzierung der hessischen Hochschulen machen. Die Verwaltung - ganz zu schweigen vom Forschungs- und Lehrbereich – laufe schon seit Jahren auf Sparflamme.
Die Schuld auf die Universitäten zu verlagern, sei eine bewusste Verdrehung der Tatsachen und so einfach nicht hinnehmbar. Der AStA will das Präsidium und die Verwaltung zwar nicht generell vor Kritik schützen, aber in diesem Fall ziele das Land schlicht und einfach an der Realität vorbei.
Auch die Äußerungen in der gemeinsamen Pressemitteilung von Ministerium und Land, man solle "auch strukturelle Veränderungen in der Verwaltung und im Studienangebot in Betracht" ziehen, wurden vom AStA scharf kritisiert. Als euphemistische Umschreibung weiterer Kürzungen und Einschränkungen im Lehrangebot hat er sie als inakzeptabel zurückgewiesen.
"Wir haben bereits etliche Institute und Lehrangebote in den letzten Jahren verloren, die als unrentabel galten", beklagte AStA-Hochschulreferent Marius Beckmann. "Darüber hinaus sind etliche Fachbereiche bereits weit über ihre Leistungsgrenzen hinaus. Auslastungen von über 200 Prozent und mehr sind mittlerweile die Normalität. Wir werden nicht akzeptieren, dass weitere Einsparungen vorgenommen werden. Der Lehrbetrieb ist sonst nicht mehr länger aufrecht zu erhalten."
Außerdem will der AStA nicht hinnehmen, dass kleinere Fachbereiche -, sogenannte "Orchideen-Fächer" - langfristig ganz von der Universität verschwinden. Am Ende solch einer Entwicklung würde eine Kern-Universität stehen. Dort würde nur noch gelehrt und geforscht, was genügend Drittmittel einbringt.
An Ende stünde eine drastische Verringerung des Lehrangebots. Deshalb wendet sich der AStA gegen die Unterfinanzierung der Hochschulen und die Abschaffung der Fächervielfalt.
pm: AStA Marburg
Text 7195 groß anzeigen

www.marburgnews.de

© 2017 by fjh-Journalistenbüro, D-35037 Marburg