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Designermolekül vorgestellt


Marburger Entwicklung soll Krebsursache bekämpfen

24.04.2012 (ms)
Eine interdisziplinäre Forschungsgruppe der Philipps-Universität hat ein Designermolekül hergestellt. Es greift as an Schaltstellen von Zellen ein, sodass ihre Wirkungsweise umgepolt werden kann. Die Wissenschaftler der Marburger Institute für Pharmazeutische Chemie sowie für Molekularbiologie und Tumorforschung präsentieren ihre Ergebnisse im Fachblatt "Journal of Medicinal Chemistry".
"Die aktuelle Veröffentlichung verdankt sich der sehr guten Zusammenarbeit zwischen den Fachbereichen Medizin und Pharmazie“, erklärte Prof. Dr. Wibke Diederich vom Institut für Pharmazeutische Chemie. Das Team um Diederich und Prof. Dr. Rolf Müller suchte nach einer Verbindung, mit der sich die Aktivität des Transkriptionsfaktors "PPARβ/δ" blockieren lässt.
"PPARβ/δ" ist unter anderem in Fresszellen des Immunsystems aktiv und dadurch an der Regulation von Entzündungsprozessen beteiligt. "Der Transkriptionsfaktor beeinflusst auch das Wachstum und die Progression von Tumoren“, ergänzte Koautor Müller.
Die Forscher identifizierten aus einer Vielzahl von Kandidaten ein geeignetes Molekül, das sie mit zwei gezielten Veränderungen versahen. Die Modifikationen führten zu - vorab definierten - erwünschten Eigenschaften.
Zum Beispiel zeigt die abgewandelte Verbindung eine verstärkte Tendenz, an ihr Zielmolekül "PPARβ/δ" zu binden. Es wirkt dessen Aktivität entgegen.
So wird in betroffenen Zellen unter anderem das Gen "ANGPTL4" abgeschaltet. Das Genprodukt "ANGPTL4" hat Bedeutung für den Fett- und Zuckerstoffwechsel und kann die Metastasenbildung von Tumoren fördern.
Nehmen Mäuse das neuartige Designermolekül oral auf, so erreicht die Wirkstoffkonzentration im Blut Werte, mit denen sich die größtmögliche hemmende Wirkung erzielen lässt. "Unsere Verbindung ist somit ein nützliches Werkzeug, um zu klären, ob sich PPARβ/δ für die Wirkstoffentwicklung anbietet“, folgern die Autoren. Das patentgeschützte Designermolekül ist das Ergebnis einer Kooperation, die im Rahmen des Marburger Schwerpunkts "Tumor und Entzündung" durch das hessische Landesexzellenzprogramm "LOEWE" gefördert wird.
pm: Philipps-Universität Marburg
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