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Vielfalt der Individualisten


Vernissage des Fotoclubs Marburg im Rotkehlchen

06.04.2012 (fjh)
Die Ausstellungseröffnung der Hobbyfotografen vom Fotoclub Marburg am Mittwoch (4. April) in der Waggonhallen-Gastronomie "Rotkehlchen" verlief ohne Sekt und Ansprache. Nicht einmal ein gemeinsames Oberthema war von den Teilnehmern bestimmt worden.
Von den über zwanzig Mitgliedern des Vereins zählen derzeit zehn zu den Aktiven. Von diesen waren aber nur Viere an der Vernissage beteiligt und anwesend. Ist das lediglich die übliche Entropie der Individualisten? Was ist da los im Fotoclub?
Vier freundliche Mitglieder - allesamt im Alter unter 30 Jahren - saßen zusammen im hinteren Bereich der Empore. Sie versahen Exponate mit Bildtiteln und Namen der Urheber und einige der großformatigen Fotopapiere mit stützenden Holzleisten. Auch so kann eine Vernissage aussehen.
Kommt man ins Rotkehlchen hinein, fällt der Blick links auf ein Architekturfoto von Ronald Henning. In klassischem Schwarzweiss betont es die sich schneidenden Sichtlinien, die ein Hochhaus-Ensemble visuell ausprägt.
Rechts vom Eingang schaut man auf drei großformatige Versuche in erotischer Fotografie. Akte sind nicht dabei. Gezeigt wird die übliche Konzentration auf weibliche Attraktivitätsmerkmale. Fein anzusehen aber ist es allemal.
Geht man in die Gaststätte hinein und dreht sich um, erblickt man an der Wand neben der Türe drei Fotostudien von Rasmus Wenzel. Drei junge Frauen im studentischen Alter werden porträtiert. Das wirkt fotografisch ausgesprochen gelungen.
Vom gleichen Fotografen stammen übrigens die im Foyer auf einer Sichtleiste aufgebrachten, äußerst gelungenen kleinen Porträt-Aufnahmen nahezu sämtlicher Waggonhallen-Mitarbeiter.
Der größere Teil der Ausstellung befindet sich an den Wänden der über eine Wendeltreppe erreichbaren Empore. Hier ist Henning mit zwei weiteren, diesmal farbigen Fotografien vertreten.
Sein Augenmerk liegt offenkundig darauf, mit gewollt scharfem Kontrastabfall eine mystische Wirkung zu erzielen. Obwohl besonders der gestrandete Teufelsfisch - mit einem kleineren Fisch im Maul - einfach toll wirkt, gelingt der erwünschte Effekt nicht zureichend.
Hinten rechts präsentiert Maik Walter drei Impressionen von einem Aufenthalt im polnischen Krakau 2006. Er ist der Einzige in der Ausstellung der mit seinen Aufnahmen Geschichten zu erzählen versteht.
Des Weiteren sind drei sehr hübsche Vogelaufnahmen von einem ornithologisch orientierten Mitglied zu sehen. Und aus Marburg sind Aufnahmen vom Steinweg und Vespas zu finden.
Die im Fotoclub sehr aktive Fotografin Miriam Oszwvald war gezwungen, ihre Exponate wegen auf die Schnelle unlösbarer Probleme zunächst zurückzunehmen. Sie werden nachträglich im Laufe der Woche aufgehängt werden.
Bis zum 1. Mai 2012 ist die Ausstellung während der Öffnungszeiten des Rotkehlchens weiterhin für Fotofreunde und Waggonhallenbesucher zugänglich.
Jürgen Neitzel
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