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Entscheidenes Ereignis


Stadt fordert Rückabwicklung der Klinik-Privatisierung

27.03.2012 (ms)
Das Präsidium der Philipps-Universität und der Magistrat der Universitätsstadt Marburg sind sich einig: Gemeinsam möchten sie alle Möglichkeiten ausschöpfen, um Schaden von der Universität, vom Klinikum der Philipps-Universität und der Universitätsstadt Marburg abzuwenden.
Der Senat der Philipps-Universität hatte in seiner jüngsten Sitzung eine Resolution beschlossen, der sich der Magistrat in seiner Sitzung am Montag (26. März) angeschlossen hat. Die Beschlussvorlage des Magistrats enthält allerdings den
Zusatz: "Der Magistrat fordert die Landesregierung auf, die Privatisierung des UKGM rückgängig zu machen.“
Das Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) war von der Hessischen Landesregierung an die Rhön-Klinikum AG verkauft worden. Nun plant der private Klinikbetreiber einen Abbau von 500 Arbeitsplätzen an beiden Standorten. Auf diese Entwicklung hat der Magistrat mit seinem Beschluss reagiert.
"Ich weiß, dass diese Forderung schwer zu realisieren ist“, sagte Oberbürgermeister Egon Vaupel. "Aber die Zukunft des Klinikums ist für Marburg als Universitätsstadt von so großer Bedeutung, dass ich als Oberbürgermeister gar nicht anders kann, als die Landesregierung in die Pflicht zu nehmen.“
Die hessische Landesregierung habe die Privatisierung der Universitätskliniken offensiv vorangetrieben und umgesetzt. Daraus ergebe sich die Pflicht, den Erhalt der Klinika für die Gesundheitsversorgung und die Universitätsmedizin abzusichern. Wenn es nötig sei, müsse das auch durch eine Rückabwicklung geschehen.
Der Senat der Philipps-Universität bringt in der Resolution auf den Punkt, was seit Wochen öffentlich diskutiert wird. Kostensenkungen von bis zu 10 Millionen Euro im laufenden Jahr und die angekündigten Einsparungen beim Personal gefährdeten die Universitätsmedizin in Mittelhessen in ihrer Substanz. Weiter heißt es in der Resolution: "Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universitätsklinik sind die
wichtigste Ressource des Universitätsklinikums, ohne deren engagierte
Arbeit der Betrieb nicht aufrecht erhalten werden kann. Hochqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Kostenfaktor zu
betrachten und möglichst schnell zu reduzieren, zeigt, wie weit weg
dieser börsennotierte Konzern von der Chance ist, eine Uniklinik
wirtschaftlich zu führen und erfolgreich Medizin betreiben zu
lassen.“
pm: Stadt Marburg
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