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Verdienter Lohn


Neues DGB-Konzept gegen Dumping in Kleinst-Jobs

15.03.2012 (phg)
Ein neues Konzept gegen Niedriglöhne in Kleinst-Arbeitsverhältnissen hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) vorgelegt. Von einer Veranstaltung zum Thema "Niedriglöhne" am Dienstag (13. März) im Gewerkschaftshaus hat der DGB-Kreis Marburg-Biedenkopf am Donnerstag (15. März) berichtet.
"Der Niedriglohn-Sektor wächst vor allem in Kleinst-Jobs, die keine Perspektive bieten", berichtete der DGB-Kreisvorsitzende Pit Metz. "Mit dem vom DGB-Bundesvorstand entwickelten Konzept können wir die Aufspaltung von regulären Arbeitsplätzen in Kleinst-Jobs und das damit verbundene Lohndumping endlich beenden."
Außerdem ergänzte der DGB-Sekretär Dr. Ulf Immelt, dass die Beschäftigten in Kleinst-Jobs buchstäblich im Niedriglohn-Sektor eingemauert seien. Der DGB wolle die Blockaden knacken, damit mehr reguläre Teilzeitstellen entstehen, von denen die Beschäftigten leben können und sozial abgesichert sind.
Rund 4,9 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland sind ausschließlich in sogenannten Mini-Jobs tätig. IM Schnitt erhalten sie nur einen Monatslohn von 265 Euro. In den östlichen Bundesländern beträgt der Durchschnittslohn in diesem Bereich sogar nur 215 Euro.
Nach einer Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) stehen im Landkreis Marburg-Biedenkopf 82.000 sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen circa 24.000 geringfügig entlohnte Beschäftigte gegenüber. Der Mini-Job ist nach Auffassung der beiden Gewerkschafter ein Hebel zu systematischem Lohndumping. „Mehr als drei Viertel der Beschäftigten in Kleinst-Arbeitsverhältnissen erhalten einen Stundenlohn von unter 8,50 Euro.
Der Wechsel in reguläre Beschäftigung wird durch gesetzliche Regeln erschwert und durch Niedriglohn-Strategien der Unternehmen blockiert. Immelt stellte außerdem fest, dass in der Gastronomie auf einen regulär Beschäftigten bereits ein Minijobber komme.
"Unsere Richtschnur für eine Neue Ordnung auf dem Arbeitsmarkt ist die volle Gleichbehandlung aller Arbeitsverhältnisse", sagte Metz. "Damit wollen wir geringfügig entlohnte Beschäftigungsverhältnisse in echte Teilzeit umwandeln."
Dazu schlägt der DGB eine Gleitzone ab dem ersten Euro bis 800 Euro vor, bei der die Arbeitgeber - insbesondere im unteren Einkommensbereich - den Großteil der Sozialabgaben allein tragen. "Der Arbeitnehmerbeitrag liegt anfangs bei Null und steigt mit dem Einkommen langsam an", beschrieb Immelt dieses Konzept. "So werden Fehlanreize zur Aufspaltung von regulären Arbeitsplätzen abgestellt."
Gleichzeitig sollen die Beschäftigten trotz des geringen anteiligen Beitrags den vollen Schutz der sozialen Sicherung erhalten. Ab 800 Euro gilt dann die paritätische Finanzierung der Sozialversicherung.
Auch darf es nach dem Willen des DGB keine steuerlichen Anreize für Arbeitgeber zum Lohndumping geben. Zur Anpassung schlägt der DGB eine Übergangsfrist von bis zu drei Jahren vor. Sonderregelungen für ehrenamtliche Tätigkeiten in Sportvereinen oder Jugendgruppen sollen weiterhin erhalten bleiben.
"Mit unserem Konzept wird das Angebot an regulärer und sozial abgesicherter Teilzeit steigen; und die Beschäftigten erhalten Chancen auf höhere Einkommen und höhere soziale Sicherheit", schloss Metz die Vorstellung des DGB-Vorschlags ab.
pm: DGB-Kreis Marburg-Biedenkopf
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