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Ausstieg


Kooperation hilft benachteiligten Jugendlichen

16.01.2008 (fjh)
Im Bereich der Jugend-Berufshilfe arbeiten der Landkreis Marburg-Biedenkopf und die Universitätsstadt Marburg schon seit vielen Jahren in immer wieder unterschiedlichen Projekten eng zusammen. Seit Anfang 2007 geschieht das auch im Rahmen der "Kompetenz-Agentur Marburg-Biedenkopf", bei der die Stadt Marburg die formale Trägerschaft übernommen hat.
Dabei handelt es sich um ein Förderprogramm des Bundesjugendministeriums, das aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) bezuschusst wird. Inhaltlich geht es bei dieser Agentur um eine passgenaue, an den jeweils spezifischen Biografien ansetzende, Kompetenzen aufgreifende und bei Bedarf aufsuchende sowie intensive und längerfristige Unterstützung für besonders benachteiligte junge Menschen im Übergang von der Schule in die Berufs- und Arbeitswelt.
Die Koordinierungsstelle "Schulverweigerung - Die 2. Chance" hat ihre Arbeit bereits einige Monate früher aufgenommen. Auch bei diesem Projekt kooperieren Stadt und Landkreis sowie der Verein zur Förderung bewegungs- und sportorientierter Jugendsozialarbeit (bsj) aufs engste.
Bei diesem Angebot, das ebenso wie die Kompetenz-Agentur durch das Bundesjugendministerium mit ESF-Geldern mitfinanziert wird, steht die Reintegration jugendlicher Schulverweigerer in das Regelschulsystem im Mittelpunkt.
"Die Förder-Richtlinien enthalten jeweils die naheliegende Forderung nach einer Zusammenarbeit zwischen den Kompetenz-Agenturen und den Koordinierungsstellen, sofern sie in einer Region - wie bei uns - auch beide vorhanden sind", erläuterte anlässlich einer Pressekonferenz die Marburger Stadträtin Dr. Kerstin Weinbach.
"Im Sinne der Betroffenen - nämlich der besonders benachteiligten jungen Menschen im Übergang von der Schule in die Berufs- und Arbeitswelt - ist es sinnvoll und effektiv, dass hier die Stadt Marburg und der Landkreis eng zusammenarbeiten, um ein bestmögliches Angebot erstellen zu können", stellte der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern fest .
"Wir wollten es nun aber nicht nur bei Lippenbekenntnissen und gegenseitigen Beteuerungen bewenden lassen, sondern Grundlagen und Prozess-Abläufe für diese Kooperation entwickeln, die auch wirklich die gemeinsame Arbeit mit einzelnen jungen Menschen verzahnen und insofern auch optimieren" , ergänzte BSJ-Geschäftsführer Jochem Schirp.
"Bei dieser Erarbeitung waren wir als Internationaler Bund (IB) erfreulicherweise mit dem Jugend-Migrationsdienst (JMD) von Anfang an mit einbezogen." Mit diesen Worten erinnerte Christa Diehl-Kahl als Programm-Geschäftsführerin des IB für Mittel- und Nordhessen daran, dass der auslösende Funke für die Ausarbeitung der nun zur Unterschrift vorliegenden Rahmenbedingungen während einer Fortbildung übersprang, die im Frühjahr 2007 aus Mitteln der Kompetenz-Agentur für alle Beschäftigten dieser Einrichtung, der Koordinierungsstelle "2. Chance" und des regionalen JMD des IB durchgeführt werden konnte. Dieser Dienst wiederum hält schon seit vielen Jahren unterschiedliche Angebote für die gesellschaftliche Integration sowie für die sozialpädagogische Einzelbetreuung von jungen Menschen mit einem Migrations-Hintergrund vor.
Bereits auf Grund der knappen Skizzierung der drei Einrichtungen wird deutlich, dass es zwischen ihnen jeweils nicht unerhebliche Überschneidungen gibt. Ein Jugendlicher, der beispielsweise über die Koordinierungsstelle "2. Chance" wieder in das Schulsystem eingegliedert werden konnte und damit eine zweite Chance auf einen Schulabschluss erhalten hat, wird in den meisten Fällen nur dann letztendlich in eine Ausbildung einmünden können, wenn er auch weiterhin bei Bedarf eine intensive und weiterführende Unterstützung bekommen kann.
Da andererseits junge Menschen mit einem Migrations-Hintergrund immer wieder auf besondere Schwierigkeiten beim Übergang von der Schule in die Berufs- und Arbeitswelt stoßen, liegt es nahe, ein auf diese Thematik spezialisiertes Angebot mit zu berücksichtigen.
Durch die Abstimmung und Verzahnung der drei Angebote setzen die Beteiligten den ständig postulierten Netzwerk-Gedanken vor Ort ganz praktisch und handlungsleitend in die Tat um. Sie sind sich sicher, dass dadurch den Zielgruppen eine insgesamt noch bessere Unterstützung angeboten werden kann.
Weinbach, Diehl-Kahl, Schirp und McGovern betonten abschließend auch die Wichtigkeit der Tatsache, dass sich alle Beschäftigten der drei Einrichtungen durch die gemeinsame Fortbildung kennenlernen und auf ein breites gemeinsames Grundverständnis ihrer jeweiligen - erst einmal spezifischen - Arbeitsbereiche verständigen konnten. Von daher war es ihnen ein ganz besonderes Anliegen, dass auch derartige Fortbildungen und natürlich auch gemeinsame Auswertungen in der Rahmenvereinbarung festgeschrieben sind.
pm: Stadt Marburg
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