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Glückliche Reise


Dreiwöchiger Ferienaufenthalt für Schüler aus Fukushima

12.03.2012 (phg)
Kindern aus der japanischen Region Fukushima ermöglicht der Landkreis Marburg-Biedenkopf einen dreiwöchigen Ferienaufenthalt in Deutschland. Für die breite Unterstützung dieser Aktion bedankte sich der erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern am Montag (12. März) im Landratsamt.
Die Jugendlichen im Alter zwischen zwölf und 14 Jahren stammen aus der - nur wenige Kilometer vom Unglücksreaktor entfernten - Stadt Tomioka. Nach Erdbeben, Tsunami und Atomkatastrophe im März 2011 wurde die Stadt komplett evakuiert.
Die Schülerinnen und Schüler befinden sich inzwischen zum größten Teil im Ort Miharu. Dort wurde auch die neue Übergangsschule eröffnet. Einige Familien sind inzwischen aber auch aus dieser Region weggezogen.
Durch das Unglück haben die Jugendlichen Schlimmes erleben müssen. Um den traumatisierten Schülern zu helfen, ist auch eine psychologische Betreuung während des Aufenthalts in Deutschland vorgesehen.
Abgesehen von diesen Maßnahmen steht ein vielseitiges Kulturprogramm an. Neben einem Austausch mit Sportgruppen und deutschen Schülern beinhaltet es Ausflüge innerhalb des Landkreises sowie in weitere interessante Städte außerhalb. Unter Anderem stehen Turen nach Kassel, Frankfurt, Eisenach und in die Rhön auf dem Plan.
Die Firma "AERTICKET" unterstütz den Landkreis bei diesem Vorhaben. "Das ist für uns der wichtigste Meilenstein zur Realisierung der Aktion; und wir sind der Firma AERTICKET und der Lufthansa zu sehr großem Dank verpflichtet“, sagte McGovern. "Denn durch deren Unterstützung wird die aufzubringende Summe für die Flüge für uns überschaubar“.
AER TICKET konnte der Reisegruppe stark verbilligte Flüge zur Verfügung stellen. Darüber hinaus unterstützt die Firma das Vorhaben mit einer Geldspende von 3.000 Euro. Außerdem hat das Unternehmen seine Kunden in der Region auf das Vorhaben aufmerksam gemacht.
Der Kontakt zwischen der - in Berlin beheimateten - Firma und dem Landkreis kam durch Roland Kreling-Behmenburg zustande. “Als mich Dr. Karsten McGovern anrief und von dem Vorhaben erzählte, dachte ich sofort, das können wir unterstützen“, erklärte der Finanzvorstand, der seinen Hauptwohnsitz in Marburg hat.
Normalerweise unterstütze AER TICKET lediglich Projekte in Entwicklungsländern. Aber hier gehe es um Kinder, die schreckliches erlebt haben, sowie um ein Zeichen gegen Atomkraft.
Die Idee wurde schon kurz nach der Katastrophe in Fukushima geboren. Eine Bürgerin hatte in einem Brief dem ersten Kreisbeigeordneten ein Hilfsprojekt für Kinder aus Fukushima vorgeschlagen.
Vergünstigungen und Spenden decken bereits den größten Teil des veranschlagten Finanzbedarfs von 76.000 Euro. Ein Benefizkonzert sowie weitere Aktionen sollen dazu beitragen, die fehlende Summe zu sammeln. Trotzdem ruft der Landkreis zu weiteren Spenden auf.
Pierre Griffon
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