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Der Planke


Fachtagung zum Übergang Schule-Beruf

17.02.2012 (ms)
110 Fachkräfte aus Jugendhilfe, Schule, Wirtschaft und Politik kamen im Rahmen einer Fachtagung in Marburg zusammen, um sich zum Thema "Strategien, Strukturen und Individualität - Sichtweisen auf den Übergang Schule-Beruf? auszutauschen. Die Fachtagung fand im Tagungsgebäude des Landkreises Marburg-Biedenkopf statt.
Durchgeführt wurde die Konferenz vom Regionalen Übergangsmanagement (RÜM). Dabei handelt es sich um ein gemeinsames Projekt des Landkreises Marburg-Biedenkopf und der Universitätsstadt Marburg.
Auf der Tagesordnung standen Referate und Gesprächsrunden mit Akteuren am Übergang von der Schule zum Beruf. Schon im Eingangsvortrag machte Matthias Müller vom Deutschen Jugendinstitut in Halle deutlich, dass durch ein Übergangsmanagement eine regional abgestimmte Berufsorientierung von jungen Menschen erreicht werden kann.
Insbesondere sind es schulspezifische Arrangements in der Berufsorientierung, die dazu beitragen, Jugendliche erfolgreich in Ausbildung zu bringen. Um Schulen dabei zu unterstützen, sind jedoch Netzwerke erforderlich, an denen sich wichtige regionale Partnerinnen und Partner beteiligen. Dabei hob Müller den Stellenwert einer kommunalen und interessensfreien Koordination von Angeboten durch ein RÜM sowie die Entwicklung von Qualitätsstandards in der Berufsorientierung hervor.
"Die strategische Ausrichtung des RÜM ermöglicht in diesem Sinne eine optimale Bündelung und effiziente Verwendung vorhandener Ressourcen", erklärte der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern. "Die Zusammenarbeit regionaler Akteure in Netzwerken wird durch die strukturelle Ausrichtung des RÜM intensiviert."
Stadträtin Dr. Kerstin Weinbach rühmte die vielen Erfolge des RÜM und der gemeinsamen Netzwerkarbeit: "Dauerhaftigkeit ist nicht selbstverständlich für Netzwerke. Die Kontinuität wie beispielsweise im Dialogforum Arbeitgeber-Schule deutet daraufhin, dass hier auch mit Blick nach vorne eine gute Grundlage für die Zusammenarbeit geschaffen wurde.?
Die Aufgaben des RÜM bestehen darin, lokale Bündnisse mit der Wirtschaft - insbesondere zwischen Schulen und Unternehmen - auf- oder auszubauen und lokale Netzwerke zu begleiten. Weitere Schwerpunkte liegen in der (interkulturellen) Elternarbeit, Datenoptimierung und Beratung von Schulen.
Inga Borchard vom Sinus-Institut Berlin stellte in ihrem Vortrag die Ergebnisse einer Jugendmilieu-Studie vor. Anhand von anschaulichen Bildern erläuterte sie Wertorientierungen, Lebensstile, ästhetische Präferenzen und soziale Lage von Jugendlichen und formulierte Thesen für den Übergang von der Schule in den Beruf.
Moderatorin Andrea Nispel fasste die Aussagen in der Überzeugung zusammen, dass man Jugendliche nur erreicht, wenn ihnen Respekt entgegengebracht wird. Ali Kotüz, der vor kurzem seine Ausbildung zum Krankenpflegehelfer bei der Elisabeth-von-Thüringen-Akademie für Gesundheitsberufe in Marburg beendet hat und nun fest im Berufsleben steht, hob hervor, wie wichtig ein selbstbewusstes Auftreten im Bewerbungsgespräch ist: "Ich bin sicher, dass Sie mich annehmen werden."
ach einem Impulsvortrag von Ralph Kersten vom Regionalen Übergangsmanagement Offenbach über die Chancen und Herausforderungen der Netzwerkarbeit berichteten regionale Akteure aus unterschiedlichen Handlungsfeldern am Übergang von der Schule in den Beruf über ihre Interessen und Erwartungen an Netzwerke. "Es muss noch mehr in Netzwerke investiert werden, um möglichst viele Jugendliche in Arbeit zu bringen und Abbrüche zu vermeiden?, forderte Schulamtsdirektor Burkhard Schuldt vom Staatlichen Schulamt für den Landkreis Marburg-Biedenkopf. Claus Schäfer vom Büro für Integration Marburg-Biedenkopf betonte für den Bereich der Zusammenarbeit mit Migrantenorganisationen, dass es das Ziel sein müsse, Netzwerke dauerhaft auf die Beine zu stellen und darauf zu achten, dass Ehrenamtliche nicht überfordert werden.
"Auf die vielen Projekte und positiven Ergebnisse unserer Arbeit sind wir sehr stolz", betonte Projektleiterin Evelyne Rößer. "Die Umsetzung der Ansätze ist jedoch nur in Kooperation und durch die Unterstützung unsere Netzwerkpartner möglich gewesen. Der eigentliche Erfolg unserer Arbeit liegt in dieser Zusammenarbeit."
pm: Landkreis Marburg-Biedenkopf
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