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Das ist die Summe


Kreis bilanziert erstmals sein Anlagevermögen

14.02.2012 (fjh)
Mit der Aufstellung einer geprüften Eröffnungsbilanz zum 1. Januar 2009 hat der Landkreis Marburg-Biedenkopf zu Beginn des Jahres 2012 einen weiteren Meilenstein bei der Umsetzung des Neuen Kommunalen Rechnungs- und Steuerungssystems erreicht. Sie stellt stichtagsbezogen den rechnerischen Ausgangspunkt für die finanzielle Entwicklung und die Vermögenslage des Landkreises dar.
Die Eröffnungsbilanz zum 1. Januar2009 ist dem Kreistag zusammen mit dem Prüfbericht der Revision vom Kämmerer Landrat Fischbach vorgelegt worden. Sie zeigt unter anderem die Vermögensverhältnisse des Landkreises Marburg-Biedenkopf auf.
Die Bilanzsumme beläuft sich auf 451,8 Millionen Euro. Das gesamte Anlagevermögen beträgt rund 431 Millionen Euro.
Die Verbindlichkeiten belaufen sich auf 165 Millionen Euro und damit auf 658 Euro pro Einwohner. Das Eigenkapital ist mit rund 146 Millionen Euro ausgewiesen.
Die hessischen Kommunen wurden mit Novellierung der Hessischen Gemeindeordnung dazu verpflichtet, spätestens zum Stichtag 1. Januar 2009 Eröffnungsbilanzen aufzustellen. Hintergrund ist, dass - wie bei einem wirtschaftlichen Unternehmen - der Ressourcenverbrauch eines jeden Jahres dokumentiert werden soll und die Vermögenslage aus der Bilanz ersichtlich ist. Die Eröffnungsbilanz hat darüber hinaus vor allem eine informative Funktion, um den politischen Entscheidungsträgern sowie den Einwohnerinnen und Einwohnern eine adäquate Informationsgrundlage zu den wirtschaftlichen Verhältnissen des Landkreises Marburg-Biedenkopf zu liefern.
"Die jetzt vorgelegte Eröffnungsbilanz zeigt, dass der Landkreis Marburg-Biedenkopf von seiner Vermögenslage noch auf einer guten Position steht", freute sich Landrat Robert Fischbach. Das dürfe aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass das nur erreicht wurde, weil der Kreis als Träger mit 75 Prozent die Sparkasse Marburg-Biedenkopf (SKMB) bilanzieren konnte. "Ohne diese Bilanzierung wäre unser Eigenkapital vollständig aufgebraucht", stellte Fischbach klar.
Bei der bis Ende 2008 angewandten Kameralistik war am Ende eines Jahres der Vermögenszuwachs nicht erkennbar, der zum Beispiel durch Investitionen in Schulen und Kreisstraßen erreicht wurde. Umgekehrt konnte man auch keinen Wertverlust feststellen, der unter anderem durch entstandene Defizite verursacht wurde.
Die Bilanz zeigt, dass zum Beispiel in den Schulen, Sporthallen und anderen Gebäuden des Landkreises alleine ein Vermögen von 123 Millionen Euro steckt. Das Vermögen der Infrastruktur, was hauptsächlich die Straßen betrifft, ist mit 38 Millionen Euro ausgewiesen.
"Der ein oder andere mag sich fragen, warum im Februar 2012 eine Eröffnungsbilanz für den 1.01.2009 vorgestellt wird; aber dieses Vorhaben wurde erstmals umgesetzt und bedurfte zudem vieler Vorbereitungen", erklärte der Landrat. So wurde im Vorfeld der Bilanzerstellung eine zentrale Anlagenbuchhaltung aufgebaut, um die Inventur- und Bewertungsergebnisse in die Eröffnungsbilanz zu überführen. Im November 2009 war die wertmäßige Erfassung des Inventars schließlich abgeschlossen.
Bewertet und in die Anlagenbuchhaltung aufgenommen wurden unter anderem rund 1.630 einzelne Flurstücke, 96 Liegenschaftsstandorte von Verwaltungsgebäuden, Schulen und Sporthallen mit 550 Gebäuden und Gebäudeteilen, rund 355 Kilometer Kreisstraße mit 103 Brücken und Stützmauern sowie das Inventar in rund 2.400 Klassenzimmern, naturwissenschaftlichen Räumen und Werkräumen mit einem Bilanzwert von circa 9,4 Millionen Euro. "In der Eröffnungsbilanz steckt also richtig viel Arbeit", resümierte Fischbach. "Sie wurde von meinen Mitarbeitern - insbesondere vom Fachbereich Finanz- und Kassenmanagement - sehr sorgfältig erstellt, was von der Revision, die die Bilanz geprüft hat, mit einem uneingeschränkten Testat anerkannt wurde. Von Vorteil war, dass der Landesrechnungshof schon eine Prüfung des Bilanzentwurfes vorgenommen hat und deren Hinweise so in die Bilanz eingearbeitet werden konnten."
Spannend sei es für ihn, zu sehen, wie sich die Bilanz für das Jahr 2010 darstellt. Aufgrund der Nachwirkungen der Finanzkrise und einer chronischen Unterfinanzierung durch das Land Hessen müsse der Landkreis im Jahr 2010 mit einem Defizit von rund 15 Millionen Euro rechnen.
Nach der Beschlussfassung durch den Kreistag wird die Eröffnungsbilanz, die dazugehörige Dokumentation sowie der Prüfbericht der Revision auf den Internetseiten des Landkreises unter www.marburg-biedenkopf.de veröffentlicht, damit sich die interessierte Öffentlichkeit über weitere Details zu den einzelnen Bilanzpositionen informieren kann. Die Feststellung der testierten Eröffnungsbilanz durch den Kreistag ist für Freitag (16. März) vorgesehen. Die festgestellte Eröffnungsbilanz wird danach dem Regierungspräsidium Gießen (RPGI) in seiner Funktion als Aufsichtsbehörde des Landkreises zur Kenntnis gegeben.
pm: Landkreis Marburg-Biedenkopf
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