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Besuch mit Kusshand


17. Hessische Kinder- und Jugendtheaterwoche im März 2012

01.02.2012 (fjh)
"Das werden uns die Schulen mit Kusshand abnehmen", prognostizierte Norbert Ebel bei der Vorstellung einer Bühnenfassung des Tagebuchs der Anne Frank. Gemeinsam mit weiteren Organisatoren vom Hessischen Landestheater Marburg, dem Staatlichen Schulamt Marburg, dem Freundeskreis des Hessischen Landestheaters und der Universitätsstadt Marburg stellte er am Mittwoch (1. Februar) im Rathaus das Programm der 17. Hessischen Kinder- und Jugendtheaterwoche vor.
23 Aufführungen werden von Sonntag (18. März) bis Samstag (24. März) Theaterstücke für Kinder ab 1 Jahr bis hin zum jungen Erwachsenenalter präsentieren. Hinzu kommen etwa 100 Workshops zu 75 Themen, bei denen Kinder und Jugendliche selbst aktiv werden.
Unter dem Motto "Kuck! Schau! Spiel!" (KUSS) fasst das Festival sowohl die Aufführung von Stücken für Kinder und Jugendliche als auch die Anleitung zu eigenen Theateraktivitäten zusammen. Zudem bietet das Treffen den beteiligten Theatermachern Gelegenheit für Diskussionen und Weiterbildung zu aktuellen Fragestellungen rund ums Kinder- und Jugendtheater.
"Alte Freunde" begrüßt Festivalleiter Jürgen Sachs dabei ebenso wie neue Theatergruppen. Zu den Bekannten zählt beispielsweise die italienische Theatergruppe La Baracca aus Bologna. Ihr Stück "Sotto un'altra luce" zeigt eine Tänzerin unter verschiedenen Lichteffekten, die die Betrachter zum Staunen bringen. Dabei kommt das Stück für Kinder ab 3 Jahren ganz ohne Sprache aus.
Eröffnet wird das Festivalt am Sonntagabend mit "Captain Spaceman" vom Hessischen Landestheater. Die Inszenierung im Comic-Stil soll das junge Publikum bei seinen Sehgewohnheiten abholen.
Das Jugendtheater Heidelberg bietet am Donnerstag (23. März) unter dem Titel "Human Being Parzival" eine Modernisierung einer alten Vorlage an. "Kohlhaas" am Dienstag (20. März) ist eine Gemeinschaftsproduktion des AGORA Theater St. Vith aus Belgien des Theaters Marabu in Bonn anlässlich des 200. Geburtstags des Dichters Heinrich von Kleist.
Über das Marionettentheater informiert das Theater des Lachens in Frankfurt an der Oder am Mittwoch (21. März). Die Anleitung für Puppenspieler wird dabei vergnüglich vorgeführt, sodass das junge Publikum viel Gelegenheit zum Lachen erhält.
Die Bandbreite der angebotenen Inszenierungen reicht von Bearbeitungen klassischer Stoffe über Neuproduktionen bis hin zu Tanz- und Musiktheater. Erstmals wird 2012 auch eine Kinderoper aufgeführt. "Prinzessin Anna" vom Kinder- und Jugendtheater Speyer, dem Theater im Pfalzbau Ludwigshafen und der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz führt Kindern ab 4 Jahre die Auseinandersetzung einer selbstbewussten Tochter mit ihrem königlichen Vater vor.
Für den Theaterintendanten Matthias Faltz ist die frühe Auseinandersetzung von Kindern mit dem Theater umso wichtiger, als die heutigen Lebensbedingungen ihnen nicht mehr die Orientierung böten, die sie bräuchten. Hier könne das Theater neben die Eltern und die Schule treten.
Eingespannt werden Kinder und Jugendliche verschiedener Altersgruppen auch diesmal wieder in der Jury. Sie wird 19 Produktionen begutachten und bewerten. Zum Abschluss des Festivals vergibt sie vor der Aufführung "Tintenherz" des Theaters Waidspeicher in Erfurt und des Thüringer Landestheaters Rudolstadt den mit 2.000 Euro dotierten Preis des Freundeskreises an die beste Inszenierung.
Angesichts des großen Erfolgs der Vorjahre hofft Faltz auch 2012 wieder auf eine Auslastung von 99 Prozent. Allerdings klagte er über eine geringe finanzielle Ausstattung, die eine Erfüllung vieler weiterer Wünsche verhindere. Allerdings stehen dem Festival rund 60.000 Euro für die Theateraufführungen sowie weitere 25.000 Euro für die Workshops zur Verfügung.
Da die Aktion Mensch (AM) hier nicht unerheblich mitfinanziert, ist das Workshop-Programm bereits seit Jahren auf die Integration von Behinderten eingestellt. Bei der Diskussion der Theatermacher soll es 2012 um das Thema "Werte" gehen, wie die Dramaturgin Eva Bohrmann ankündigte. Kinder und Erwachsene dürfen also auch 2012 wieder gespannt sein.
Franz-Josef Hanke
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