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Zukunft der Arbeit


Christin Merle zur Humanisierung der Arbeitswelt

28.01.2012 (jnl)
Mit dem demografischen Wandel rückt die Notwendigkeit humanerer, altersgerechter Arbeitsbedingungen in den Blickpunkt der Gewerkschaften. Die Arbeitssoziologin Christin Merle aus Kassel stellte am Freitag (27. Januar) im Käte-Dinnebier-Saal des Deutschen Gewerkschaftsbunds Mittelhessen(DGB) Forschungsergebnisse ihrer Studie zu Arbeitszufriedenheit und Belastungsfaktoren in Betrieben im Landkreis Marburg-Biedenkopf vor.
Das erneuerte Engagement des DGB erläuterte sie vor dem Hintergrund seiner Kampagne zum Thema "Gute Arbeit" und den Erfordernissen einer demograpfisch stetig älter werdenden Gesellschaft.
Am Ende entspann sich eine lebhafte Debatte über den Stand und die Aussichten einer humaneren Gestaltung der Arbeitswelt. Eingangs hatte die Referentin das Konzept der "guten Arbeit" dargestellt. Die sieben Dimensionen Soziale Sicherheit, Anerkennung, Teilhabe, Gesundheit, Qualifizierung, Motivationsförderung und Unternehmenskultur bilden die Grundstruktur der Kriterien.
In einem Fragebogen mittleren Umfangs wurden Berufstätige in fünf mittelständischen Unternehmen der regionalen Metallindustrie um Angaben gebeten. Aus ihren Antworten ließen sich praktische Ansätze zu Betriebsrats-Initiativen in den beteiligten Firmen ziehen.
Überraschenderweise beklagten sich mit 73 Prozent deutlich mehr Beschäftigte über die Lärmbelastung am Arbeitsplatz als über körperlich schwere Arbeit oder Zeitdruck, die jeweils 53 Prozent der Befragten als Problem angaben. Düster sah es mit der Zufriedenheit hinsichtlich Entlohnung, Aufstiegschancen und Qualifizierung aus. Nur rund zehn Prozent der Teilnehmenden sahen sie in ihrem Betrieb als in befriedigender Weise gegeben an.
Vor dem Hintergrund der zunehmenden demografischen Alterung der Gesellschaft und damit künftig auch der Beschäftigten stellt eine gesundheitsgerechte Anpassung der Arbeitsplätze an ältere Menschen ein Muss dar. Merle malte den Wandel in der Altersverteilung ziemlich drastisch aus.
Nur ein überschaubarer Kreis an Interessierten hatte sich zu diesem DGB-Vortrag eingefunden. Umso engagierter beteiligten sich die Anwesenden an der Diskussion über gewerkschaftliche Zukunftserwartungen. Die Zuversicht der Menschen erwies sich dabei als nicht ungetrübt optimistisch.
Jürgen Neitzel
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