16.01.2008 (fjh)
Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMEA) hat am Dienstag (15. Januar) einem neuen Grippe-Impfstoff die Zulassung für die laufende Saison erteilt. Nach der Chargen-Freigabe durch das Paul-Ehrlich-Institut wird dieser neue Grippe-Impfstoff in den deutschen Markt geliefert, der erstmals mit Zellkulturen im industriellen Maßstab hergestellt wird.
Seit mehr als 50 Jahren werden Grippe-Impfstoffe mit Hilfe von bebrüteten Hühnereiern hergestellt. Das ist ein aufwändiges Verfahren, für das allein in Deutschland in jeder Saison viele Millionen Eier notwendig waren. Das neue Verfahren nutzt dagegen erstmals eine spezielle Zell-Linie für die industrielle Produktion.
Diese besonderen Zellen wurden bereits vor Jahrzehnten gewonnen und so weiterentwickelt, dass sie sich optimal für die Vermehrung der Grippe-Viren eignen, die für den Impfstoff benötigt werden.
Mit dem Zellkultur-Verfahren kann schneller und flexibler als bisher auf einen plötzlich erhöhten Bedarf an Grippe-Impfstoff reagiert werden, da lange Vorlaufzeiten für die Ei-Bestellung entfallen. Denn anders als bei der Ei-basierten Methode ist das geschlossene, kontrollierte System aus großen Edelstahlkesseln, in dem der Impfstoff entsteht, gut vor Verunreinigungen von außen geschützt. Auf den Zusatz von Antibiotika kann deshalb verzichtet werden.
Da keine Hühnereier mehr verwendet werden, enthält der neue Impfstoff auch keine Spuren von Hühnereiweiß. Außerdem kann er auch in Zeiten produziert werden, in denen für Geflügel gefährliche Krankheiten Hühnerbestände dezimieren und daher keine Eier zur Verfügung stehen.
Die Versorgung der Bevölkerung mit Grippe-Impfstoff könnte damit ein Stück sicherer werden als bisher, meinte der Marburger Impfstoff-Hersteller
Novartis-Behring bei der Bekanntgabe seiner neuen Zulassung am Mittwoch (16. Januar).
pm: Novartis-Behring
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