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Pure Armut und Probleme


Sozialausschuss begrüßt Verwaltungskonzept zur Mittagsversorgung in Schulen

22.05.2008 (sts)
Die Stadt Marburg wird die Mittagsversorgung in den Schulen finanziell unterstützen. Der Fachdienst Schule der Stadtverwaltung hat hierfür eine Konzeption entwickelt, die dem Sozialausschuss am Dienstag (20. Mai) zur Kenntnis gegeben wurde.
Für das Jahr 2008 belaufen sich die Kosten demnach auf 25.000 Euro. Ab dem Jahr 2009 wird mit Kosten von mindestens 70.000 Euro gerechnet.
Mit etwa der Hälfte der Summe werden generell alle Mittagessen bezuschusst. Die andere Hälfte dient dazu, gering verdienende Eltern zusätzlich zu entlasten.
Dadurch soll der Preis für ein warmes Mittagessen bis zum Schuljahr 2009/2010 stabil bei 2,50 Euro gehalten werden. Die Kinder von Stadtpass-Inhabern erhalten das Mittagessen demnach für einen Euro. Damit diese zusätzliche Bezuschussung einzelner Schüler nicht jeden Mittag aufs Neue bei der Essensausgabe auffällt, wird derzeit an einem diskriminierungsfreien Abrechnungssystem gearbeitet. Laut dem Verwaltungskonzept wäre der Einsatz bargeldloser Zahlungssysteme optimal. Allerdings müsse hier noch die Kostenfrage von 10.000 Euro pro Cafeteria geklärt werden.
Die Mitglieder des Sozialausschusses begrüßten die Regelungen der Verwaltung und insbesondere die konkreten Leistungsvereinbarungen mit den Betreibern der Cafeterien. Sie seien nach den Richtlinien für eine gesunde Schulernährung erstellt worden.
Im Gespräch mit marburgnews erklärte die Ausschuss-Vorsitzende Dr. Christa Perabo (Grüne), dass der von der Landesregierung verabschiedete Härtefonds zur Schulspeisung für bedürftige Schulkinder weit weniger effektiv sei. Um Mittel aus den zur Verfügung gestellten fünf Millionen Euro zu erhalten, müssten die Schulen konkrete Anträge stellen und anschließend einen Nachweis über den genauen Einsatz der Gelder erbringen.
"Das ist viel zu kompliziert“, bemängelte Perabo.
Der Fachdienst Schule legte weiterhin eine Situationsbeschreibung im Hinblick auf die Finanzierung von Lernmitteln durch einkommensschwache Eltern vor. Demnach sei der Kauf ergänzender Schulbücher wie Atlanten oder Wörterbücher für Eltern "an der überwiegenden Zahl der Schulen problematisch“.
Weiter heißt es in dem Bericht, dass in Hessen zwar grundsätzlich Lernmittelfreiheit herrsche, doch reichten die Mittel, die das Land für diesen speziellen Bereich zur Verfügung stelle, bei weitem nicht aus.
Ähnlich problematisch sei auch der Bereich der Tagesausflüge. Für mehrtägige Klassenfahrten gebe es verschiedene "Fördertöpfe“, für die durchaus auch kostenträchtigen Tagesausflüge aber nicht. Das sei besonders an den weiterführenden und den beruflichen Schulen ein Problem.
Eine Grundschule hat alle Kosten für den vierjährigen Schulbesuch zusammengerechnet. Das reicht vom Arbeitsheft über Turnschuhe bis zum Fahrradhelm für die Fahrradausbildung. Dabei kam eine Summe von rund 800 Euro zusammen.
Der Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass 10 bis 20 Prozent aller Schüler Schwierigkeiten haben, ihre Lernmittel und Kosten für die Schule zu finanzieren. An einer Schule in einem sozialen Brennpunkt-Viertel seien sogar 50 bis 60 Prozent der Schüler betroffen. Mit der Bezuschussung der Mittagsversorgung würde den Eltern zumindest eine konkrete Entlastung zuteil, heißt es abschließend im Situationsbericht.
Stephan Sonntag
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