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Krankentransporte a la Carte


Neuer Rettungswagen für gewichtige Patienten

17.05.2008 (fjh)
Ein neues Spezialfahrzeug für den Transport schwergewichtiger Patientinnen und Patienten haben Landrat Robert Fischbach und Johanniter-Regionalvorstand Oliver Meermann am Freitag (16. Mai) in Marburg der Öffentlichkeit vorgestellt. Bereits seit Februar steht der Rettungswagen beim Regionalverband der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) im Einsatz.
Mit dem neuen Schwerlast-Krankentransportwagen schließen die Johanniter eine Lücke in der rettungsdienstlichen Versorgung. "Im Landkreis Marburg-Biedenkopf muss nun beim Transport schwergewichtiger Patienten nicht mehr improvisiert werden", freute sich Fischbach. "Mit dem neuen Spezialfahrzeug kann ab sofort ein optimaler, menschenwürdiger Transport schwergewichtiger Patienten sichergestellt werden."
Das Fahrzeug sei eine wichtige und sinnvolle Ergänzung des Rettungsdienstes. Wie eine Studie belegt, ist Deutschland im europäischen Vergleich mit 25 Ländern beim Übergewicht die Nummer Eins. In Deutschland sind 59 Prozent der Frauen und sogar 75 Prozent der Männer übergewichtig. 49 Prozent der Menschen in Hessen sind "adipös". Dieser Tatsache trägt das neue Spezialfahrzeug nun Rechnung.
Der qualifizierte und fachgerechte Transport von Patientinnen und Patienten, die unter einem erhöhten Körpergewicht leiden, stellt den Rettungsdienst regelmäßig vor logistische und körperliche Probleme. So erfolgte der Transport solcher Patienten bisher oft unter behelfsmäßigen Bedingungen.
Schon mit einem Körpergewicht ab 130 Kilogramm stoßen Patienten an die Belastungsgrenze der Trage eines üblichen Rettungswagens. Aber nicht nur das Gewicht, auch die Körperfülle von übergewichtigen Menschen lässt einen Transport im Standard-Fahrzeug schnell unmöglich werden, da dessen Trage nur 55 Zentimeter breit ist.
Bei dem nun in Dienst gestellten Fahrzeug handelt es sich um einen Ford Transit, in den die Patienten über eine Auffahrrampe mit einer Seilwinde in den Patientenraum gezogen werden können. Auf der speziellen Rolltrage, die zur Ausstattung gehört, ist es möglich, Menschen mit bis zu 700 Kilogramm Körpergewicht zu transportieren.
Rettungsdienst-Leiter Marco Schulte-Lünzum erklärte: "Ein Mensch mit 150 Kilogramm Körpergewicht hat statistisch eine Körperbreite von etwa 60 Zentimetern. Ein Transport wäre im Standart-Rettungswagen schon nicht mehr fachgerecht möglich, für unseren Neuen aber kein Problem!“
Die eingesetzte Trage hat eine Breite von 74 Zentimetern und kann durch eine spezielle Auflage noch einmal um 31 Zentimeter erweitert werden. Statistisch findet somit ein 350 Kilogramm schwerer Patient auf der Trage Platz.
Die Ausstattung des Fahrzeugs entspricht mit EKG, Beatmungsgerät, Absaugpumpe und großem Notfallkoffer samt Medikamenten der üblichen Norm eines Notfall-Krankenwagens. Ergänzt wird sie durch ein sogenanntes "Rollboard" zum einfacheren Umlagern des Patienten und ein spezielles Rettungstuch, mit dem Menschen bis zu 700 Kilogramm getragen und gerettet werden können.
"Seit Indienststellung wurde das Spezialfahrzeug bereits 29 Mal angefordert, davon zehn mal im Landkreis Marburg-Biedenkopf“, berichtete Schulte-Lünzum.
Kreis-Brandinspektor Lars Schäfer ergänzte: "Mit diesem Fahrzeug wird nicht nur die medizinische Notfallversorgung von Menschen mit mehr als 150 Kilogramm Gewicht deutlich verbessert. Auch die Bedingungen für die Tätigkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rettungsdienst sind deutlich leichter geworden.“
pm: Landkreis Marburg-Biedenkopf
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