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Schüler schilderten Sprachverwirrung


RGS inszenierte "Horribilicribrifax" in der Waggonhalle

09.05.2008 (sts)
Minutenlanger Applaus belohnte die Schülerinnen und Schüler der Richtsberg-Gesamtschule (RGS) nach der Vorstellung des Musicals "Horribilicribrifax“ von Andreas Gryphius. Das 1663 erschienene Werk mit dem nahezu unaussprechlichen Namen feierte am Donnerstag (8. Mai) Premiere in der ausverkauften Waggonhalle.
Ein Jahr lang hatten die 17 Schüler unter Leitung von Musiklehrer Wilhelm Kröger dafür geprobt.
In den Jahren 1976 bis 1979 hatte Henning Siedentopf für die Studiobühne der Universität Paderborn die Musik zu Gryphius Stück geschrieben. Den Text steuerte der damalige Leiter der Studiobühne Wolfgang Kühnhold bei. Musik und Text waren möglichst einfach gehalten, damit das Stück auch von Laiensängern aufgeführt werden konnte. Bereits im Juni 2004 hatte die Richtsberg-Gesamtschule das Stück erstmals in der Waggonhalle gezeigt.
"Horribilicribrifax“ spielt am Ende des 30-jährigen Krieges (1618- 1648). Das Stück thematisiert das Chaos und die Sprachverwirrung, die zu jener Zeit in der Gesellschaft herrschten. Die Vermischung von 14 Sprachen innerhalb des Stücks führt zu allerlei Missverständnissen unter den handelnden Personen. Erst am Ende finden die Liebenden in einer Massenhochzeit zueinander. Dem tragischen Helden Horribilicribrifax, dargestellt von Jan Fröhlich, werden aber seine Feigheit und Lügen zum Verhängnis. Seine Geliebte heiratet am Ende einen Anderen.
Das über zwei Stunden dauernde Stück verlangte den jungen Sängern und Schauspielern einiges ab. Manch ein Lapsus, wie ein nicht eingeschaltetes Mikrofon oder vergessene Textpassagen, wurden vom Publikum mit wohlwollendem Applaus quittiert.
Die Schüler waren mit erkennbar viel Freude und großem Engagement bei der Sache. Nach der nunmehr zweimaligen Inszenierung dieses Stücks wäre es aber wohl auch an der Zeit, sich vielleicht einmal einem neuen Thema zu widmen.
Stephan Sonntag
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