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Betreuungsquote beträgt Höchstwert


Stadtverwaltung informiert über Stand und Ausbau der Kinderbetreuung

09.05.2008 (sts)
In der Betreuung unter Dreijähriger Kinder ist Marburg landesweit spitze. Laut Statistischem Landesamt betrug die Betreuungsquote - also die Zahl der betreuten Kinder im Vergleich zur Gesamtzahl der Kinder dieses Alters - in Marburg im vergangenen Jahr 24 Prozent. In Bad Homburg waren es 23 Prozent. Der Landesschnitt lag im Dezember 2007 bei 12,4 Prozent. Der Fachdienst Kinderbetreuung der Stadt Marburg stellte bei der Sitzung des Jugendhilfe-Ausschusses am Donnerstag (8. Mai) den Bestand zum 1. Mai 2008 vor. Außerdem legte er die Planungen für 2009 dar.
Dabei wurde deutlich, dass Marburg ein Luxus-Problem hat. "In den alterserweiterten Gruppen ist bereits eine Sättigung des Bedarfs eingetreten“, stellte Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) fest.
Zum Stichtag 1. Mai wurden in Marburg 242 Kinder unter drei Jahren in städtischen Krippen und Einrichtungen in freier Trägerschaft betreut. Dazu kamen 167 Kinder, die von Marburger Tagesmüttern und -vätern betreut wurden.
"Durch die neue Satzung für diese Berufsgruppe ist die Zahl der Kinder in Tagespflege enorm gestiegen, da die einzelne Tagesmutter nun eher fünf als bisher nur zwei Kinder betreuen kann“, erläuterte Kahle die Steigerung um 62,1 Prozent seit dem 15. März 2006.
Nach Maßgabe des Kinderbetreuungs-Ausbaugesetzes (TAG) der Bundesregierung müssen die Kommunen bis 2013 eine Betreuungsquote von mindestens 35 Prozent erreichen. Für Marburg würde das einer Gesamtzahl von rund 540 Plätzen entsprechen, erklärte Werner Meyer vom städtischen Fachdienst Jugendhilfe-Planung. Er gehe aber davon aus, dass für Marburg rund 600 Plätze vorgehalten werden müssten.
Mit den Ausbauplänen für 2009 werde man bereits knapp 500 Plätze schaffen können. Die Gesetzesvorgaben würden insoweit problemlos eingehalten werden.
"Wir müssen bis August die Ausbaustufe festlegen, um entsprechende Fördergelder zu bekommen“, erklärte Kahle. Für das laufende Jahr erhält die Stadt 580.000 Euro zum Ausbau der Kinderbetreuung für Kinder unter drei Jahren.
"Wir müssen darauf achten, die Ausbauplanung nicht zu hoch anzusetzen, damit wir nicht mehr Plätze anbieten, als überhaupt nachgefragt werden“, gab Kahle zu Bedenken.
Strittig ist nach wie vor, ob die Kommunen aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf Ausgleichszahlungen für Kinder tätigen werden, die in der Stadt Marburg betreut werden.
"Es gibt da einige juristisch fehlgeleitete Bürgermeister“, sagte Kahle. Derzeit werde "in aller Freundschaft“, wie Kahle betonte, ein Musterverfahren gegen die Stadt Wetter geführt, um die Rechtsfrage klären zu lassen.
Stephan Sonntag
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