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Dreimal Neugier


"Neffe" scheiterte mit Enkeltrick

19.05.2011 (fjh)
Der Testanruf eines mutmaßlichen Betrügers ist am Donnerstag (19. Mai) in Marburg daneben gegangen. Der Anrufer stellte sich bei einer 31-jährigen Frau als Neffe vor.
Dabei traf er allerdings auf Widerstand. Den intensiven Nachfragen der jungen Frau war der hochdeutsch sprechende Mann nicht gewachsen. Er legte einfach auf.
Die Angerufene tat das einzig Richtige: Sie verständigte die Polizei. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Anrufer testen wollte, ob er auf ein "geeignetes Opfer" trifft.
Fast ausnahmslos suchen die Betrüger Kontakt zu arglosen älteren Menschen. Bis Donnerstag (19. Mai) vor 15.15 Uhr registrierte die Polizei zwei Anrufe dieser Art. Allerdings befürchtet sie, dass der "Neffe" weitere "Verwandte" in Marburg oder im Landkreis Marburg-Biedenkopf kontaktieren wird.
Fast immer gehen die Betrüger mit der gleichen Masche ans Werk. Bei dem Telefonat glaubt das Opfer, mit einem nahen Verwandten zu sprechen. Der Anrufer täuscht eine akute finanzielle Notsituation vor und bittet zeitnah um – angeblich dringend benötigtes - Bargeld.
Bei ihren Begründungen sind die Betrüger nicht auf den Kopf gefallen. Sie schildern einen Totalschaden nach einem Unfall; oder sie stehen angeblich vor dem Abschluss eines sehr günstigen Geschäfts, für das man schnellstmöglich Bargeld benötige.
Manches hilfsbereite, gutgläubige Opfer läuft zur Bank, hebt meist große Geldbeträge ab und wartet zuhause auf den Verwandten. Anstatt des plötzlich verhinderten Anrufers taucht dann aber ein Freund auf, der das Geld in Empfang nehmen soll.
Die überrumpelten Opfer übergeben das Bargeld zumeist ohne Nachfrage an wildfremde Menschen. In vielen Fällen verlieren Menschen dadurch größere Geldbeträge. Das Geld sehen die Opfer nie wieder.
Personen, die ähnliche Anrufe erhalten haben, sollten sich an die Kriminalpolizei Marburg wenden. Die Polizei rät, in solchen Fällen genau zu prüfen, ob man ganz sicher mit einem Verwandten gesprochen hat. Wird eine Telefonnummer angezeigt, sollte man gemeinsam mit der Polizei oder einer Person des eigenen Vertrauens den vermeintlichen Verwandten zurückrufen.
Bei derartigen Vorkommnissen sollte man genau auf die Reaktion des Angerufenen achten. Selbst bei einem vagen Verdacht sollte man schon die Polizei informieren.
Weitere Informationen zu den verschiedenen Betrugsmaschen können Interessierte auf www.polizei-beratung.de nachlesen. Zudem gibt Claus-Dieter Jacobi
als Kriminalpolizeilicher Berater der Polizeidirektion Marburg bei Bedarf nützliche Verhaltenstipps.
pm: Polizei Marburg
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