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Marburg und Marbach erschließen Nachlass von Koselleck

21.04.2011 (ms)
Das "Deutsche Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg" kooperiert mit dem Deutschen Literaturarchiv Marbach, um den Nachlass des Historikers Reinhart Koselleck wissenschaftlich zu erschließen. Die Partner erhalten dafür 209.000 Euro von der "Gerda- Henkl-Stiftung".
Koselleck zählt zu den renommiertesten deutschen Historikern des 20. Jahrhunderts. Seit 2008 befindet sich sein wissenschaftlicher Nachlass in Marbach und Marburg. Während das Deutsche Literaturarchiv den schriftlichen Nachlass betreut, beherbergt das Bildarchiv Foto Marburg die noch weitgehend unbekannte Bild- und Fotosammlung, die Koselleck im Rahmen zweier Langzeit-Projekte zu den Themen "Politischer Totenkult" und "Politische Ikonographie/Ikonologie" angelegt hat.
Unter der Leitung der Direktoren Prof. Dr. Hubert Locher aus Marburg und Prof. Dr. Ulrich Raulff aus Marbach werden die Teilbestände beider Institutionen aufgearbeitet und in einer gemeinsamen Datenbank virtuell zusammengeführt. Dabei handelt es sich um das Marbacher OPAC Kallías.
Ziel ist dabei, bislang unpubliziertes Material in großem Umfang zugänglich zu machen und neue Einblicke in die wissenschaftliche Arbeitsweise von Koselleck zu ermöglichen. Erst im November 2010 fand in Marburg eine interdisziplinäre Tagung zum Thema "Reinhart Koselleck (1923–2006) Politische Ikonologie“ statt. Da die Forscher auch den interdisziplinären Briefwechsel des Historikers mit namhaften Forschern erschließen, verspricht das Projekt zudem, einen wichtigen Beitrag zur jüngeren Wissenschaftsgeschichte.
Die Gerda-Henkel-Stiftung unterstützt das Vorhaben durch die Übernahme von Personal- und Reisekosten. Außerdem stellt sie Mittel für die Digitalisierung der Bestände, für ein geplantes Abschlusssymposium sowie eine Ausstellung und einen Katalog zur Verfügung. Das haben Stiftungsgremien bei ihrer Frühjahrssitzung am Freitag (15. April) beschlossen.
pm: Philipps-Universität Marburg
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