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Reihe im Mai


Arbeitskamp im Rahmen der Möglichkeiten

01.05.2008 (ms)
"Im Rahmen des Möglichen - Quo vadis Arbeitskampf?" Unter diesem Titel veranstalten die Arbeitsgemeinschaft für gewerkschaftliche Fragen (AGF)und die Linke Fachschaft 03 im Mai in Marburg eine gemeinsame Vortragsreihe. Themen sind der Lokführer-Streik, die Auseinandersetzung im Nordhausener Fahrradwerk "Bike Systems", das akademische Prekariat und besetzte Betriebe in Argentinien.
Ziel der Veranstalter ist es, Möglichkeiten und Grenzen von Arbeitskämpfen zu diskutieren. Die Veranstaltungsreihe beginnt am Mittwoch (7. Mai) um 20 Uhr in der Gaststätte "Havanna 8" am Lahntor mit der Buchvorstellung "Die großen Streiks - Episoden aus dem Klassenkampf“.
Das Buch behandelt eine Reihe von bedeutenden und kämpferischen Streiks des 20. Jahrhunderts, die weitgehend in Vergessenheit geraten sind. Vom einfachen Lohnkampf bis zum Generalstreik, vom Erfolg auf ganzer Linie reicht das Spektrum dabei bis zum totalen Fiasko. Die geschilderten Arbeitskämpfe stehen exemplarisch entweder für bestimmte Streikformen oder für die historische und örtliche Verfasstheit der Arbeiterbewegung. Ein inhaltlicher Schwerpunkt liegt dabei auf den Spannungsfeldern von Basis und Gewerkschaftsführung und deren widersprechenden Strategien. Darüber referieren die Herausgeber Holger Marcks und Matthias Seiffert.
Am Donnerstag (8. Mai) folgt um 20 Uhr im Hörsaalgebäude an der Biegenstraße eine Veranstaltung unter dem Titel "Lokale Kämpfe des akademischen Prekariats" über die Hilfskraft-Initiative an der Philipps-Universität und der Freien Universität Berlin. Die Arbeitsverhältnisse wissenschaftlicher und studentischer Hilfskräfte sind in jeder Hinsicht prekär: die Vertrags-Laufzeiten sind kurz.Trotz der Arbeitsbelastung sind die Löhne niedrig. Eine wirkungsmächtige Interessenvertretung wird durch Abhängigkeitsverhältnisse enorm erschwert. Tarifverträge existieren nicht.
Seit dem Wintersemester 2007/2008 organisieren sich Hilfskräfte in Marburg, um ihre Arbeitsbedingungen zu verbessern. Dass Organisation und Arbeitskampf erfolgreich sein können, zeigt eine Bewegung an der FU Berlin, die einen Tarifvertrag durchsetzen konnte. Beteiligte aus Marburg und Berlin werden über Problemfelder und Strategien diskutieren.
Ebenfalls im Hörsaalgebäude findet am Donnerstag (15. Mai) ab 20 Uhr ein Vortrag über den "Kampf der Lokführer" statt. Im Spätsommer 2007 schaffte es die relativ kleine Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), sich durch die Bestreikung des Nah- und Fernverkehrs der Deutschen Bahn AG (DBAG) ins Zentrum der öffentlichen Debatte zu katapultieren. Im Zuge der Entwicklungen wurde sie nicht nur von der Bahn, sondern auch von anderen Bahn-Gewerkschaften für ihren Alleingang angefeindet. Von Seiten der Bevölkerung hingegen kamen größtenteils positive Signale.
In dem Vortrag soll es um das Verhältnis der Bahn-Gewerkschaften zueinander, ihre Bedeutung für die Gewerkschaftsbewegung als Ganzes und nicht zuletzt um die Frage nach der Möglichkeit einer progressiven Gewerkschaftspolitik gehen. Dazu referieren der DGB-Jugendbildungsreferent Holger Kindler, der Politikwissenschaftler Roman George und die Politikwissenschaftlerin Rosa Schwenger.
Am Montag (19.Mai) steht um 20 Uhr "Das Strike Bike - lokaler Kampf, Gewerkschaften und die Beschwörung der Heuschrecke" auf dem Programm. 115 Tage dauerte die Fabrikbesetzung des Nordhausener Fahrradwerks "Bike Systems", nachdem dieser Standort offiziell geschlossen worden war. Mit Hilfe weltweiter Unterstützung produzierten die Arbeiter in dieser Zeit über 1.800 Fahrräder und erreichten breite mediale Aufmerksamkeit.
Zeigen die Proteste, dass Arbeitskämpfe auch ohne die Unterstützung großer Gewerkschaften möglich sind? Woran lag der Erfolg der Streikenden? Führten Sie einen Stellvertreter-Kampf gegen die globale Gefahr des "Heuschrecken-Kapitalismus"? Und worin liegt die Gefahr einer Legitimierung des eigenen Kampfes durch die Verwendung solcher Symbolik? Diese Fragen beantworten die Sozialwissenschaftlerin Anna Stiede und der Soziologe Björn Milbradt.
Letzte Veranstaltung der Reihe ist am Samstag (24.Mai) um 20 Uhr eine Filmvorführung im Trauma- Kino. Gezeigt wird der 45-minütige spanische Film "Arbeit nach Maß - Cecilia Gray" mit deutschen Untertiteln.
pm: Linke Fachschaft 03
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