30.04.2008 (nur)
Die letzte Gerichtsverhandlung im Berufungsverfahren von Lena Behrendes, Max Fuhrmann und Philipp Ramezani findet am Freitag (2. Mai) im Landgericht Marburg statt. Der Prozess beginnt um 10 Uhr im Saal 101.
Ab 9 Uhr besteht die Möglichkeit, sich zu Kaffee und
Frühstück vor dem Landgericht zu treffen. Die drei Angeklagten hoffen, dass das langwierige Verfahren an diesem Tag mit einem Freispruch endet.
"Die Beweisaufnahme vor dem Landgericht hat deutlich gemacht, dass wir nur Teilnehmer einer Spontan-Demonstration waren", stellte Fuhrmann fest. Der Mitangeklagte Ramezani ergänzte: "Die Polizei
hat eingeräumt, dass sie damals von der unerwarteten Situation überfordert war." Aus diesem Grund hätten die drei Studierenden eigenverantwortlich gehandelt und die Straße freiwillig verlassen.
"Ich bin nach wie vor überzeugt davon, verantwortungsvoll gehandelt zu haben und keine Straftäterin zu sein", meinte Behrendes. "Es ist
schlimm, dass man sich wegen seines sozialen Engagements vor Gericht verantworten muss. Aber noch schlimmer wäre es, eine Verurteilung hinzunehmen!"
Eine Verurteilung würden die drei Studierenden ohnehin nicht akzeptieren.
Aus diesem Grund hoffen die Angeklagten auf einen Freispruch in Zweiter Instanz.
"Wir alle schreiben derzeit an unseren Abschlussarbeiten. Wir wären froh, wenn der Prozess endlich vorbei wäre und wir uns wieder auf unsere Arbeiten konzentrieren könnten", offenbarte der Soziologie-Student Fuhrmann.
Trotz der Belastung sehen die Angeklagten auch nach wie vor die positiven Effekte ihres Verfahrens. "Die Solidarität ist ungebrochen. Immer noch bekommen wir Unterstützer-Mails von fremden Leuten. Immer noch spenden Menschen und bieten an vielen Stellen ihre
Hilfe an", erzählte Ramezani voller Stolz.
Das Wichtigste sei aber das Signal, dass von dieser Solidarität ausgehe, erklärte die ehemalige AStA-Vorsitzende Behrendes: "Sich nicht von Repression einschüchtern zu lassen."
pm: AStA Marburg
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