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Ringsherum im Landkreis


Linke fordert Sozial-Ticket

29.04.2008 (fjh)
Ein Sozial-Ticcket hat die Linken-Fraktion im Kreistag Marburg-Biedenkopf am Dienstag (29. April) gefordert. In einem Antrag zur Kreistagssitzung am Freitag (9. Mai) hat sie den Kreisausschuss aufgefordert, ein Konzept für ein solches Ticket
zu entwickeln und umzusetzen.
Gerade einmal 18 Euro werden im Regelsatz als monatliche Ausgabe für Bus- und Bahnfahrkarten den Beziehern von Hartz-IV zugestanden. Linken-Fraktionsvorsitzende Anna Hofmann regt das auf: "Das reicht gerade mal für zwei oder drei Hin- und Rückfahrten aus dem Kreisgebiet in die Kreisstadt Marburg. Mobilität ist die Voraussetzung für ein menschenwürdiges Leben. Mit dem Regelsatz ist die nicht zu schaffen."
Daher fordert die Linke im Kreistag den Kreisausschuss auf, ein Sozialticket einzuführen. Einige Städte und Landkreise in Deutschland haben gezeigt, dass das möglich ist.
Die Bandbreite der verschiedenen Modelle ist groß. In Marburgs Partnerstadt Poitiers kann man gegen eine geringe Gebühr kostenfrei die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. Das fordert die Linke auch für den Landkreis Marburg-Biedenkopf.
Das Sozial-Ticket soll als persönlicher Fahrausweis an Empfänger von Arbeitslosengeld II (ALGG II), Empfänger von laufender Sozialhilfe nach dem Sozialgesetzbuch XII (SGB XII) und Empfänger von Leistungen nach dem Asylbewerber-Leistungsgesetz
(AsylbLG) ausgegeben werden sowie an Menschen, deren Einkommen die Grenzen nicht überschreiten, wie sie in den neuen Richtlinien zum Marburger Stadtpass genannt werden.
Die Kreistagsabgeordnete Heidi Boulnois wies darauf hin, dass viele Menschen schwarz fahren, weil sie sich die Fahrkarten nicht leisten können. "So laufen sie in die Falle der Kriminalisierung und Verschuldung durch unbezahlbare Bußgelder."
ie Linke hofft, dass die anderen Fraktionen im Kreistag mitziehen. Wenn schon nicht kostenfrei wie in Poitiers, dann solle das Ticket wenigstens auf dem Dortmunder Niveau mit 15 Euro im Monat ausgegeben werden.
Kreisausschuss-Mitglied Hajo Zeller ergänzte: "In Nordhessen macht der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) den SeniorInnen das Angebot,
für 34 Euro im Monat durch ganz Nordhessen zu reisen."
Das geschehe ganz ohne Zuschuss der nordhessischen Landkreise. Der Landkreis Marburg-Biedenkopf sei wesentlich kleiner. Es müsse doch mit dem Teufel zugehen, wenn ein Sozial-Ticket nicht machbar sein sollte.
Das Beispiel Dortmund zeige, dass sich die Einnahmen des Verkehrsbetriebs sogar erhöhen, weil viele Menschen sich ein normales Ticket nicht leisten können. Ein Sozial-Ticket bei entsprechender Ausgestaltung erhöhe die Auslastung der Busse und Bahnen und ermögliche den Menschen eine angemessene Mobilität.
pm: Die Linke im Kreistag
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