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Auf ein Neues


Rückblick auf 2010 und Ausblick auf 2011

15.01.2011 (fjh)
"Es gibt viel zu tun“, wiederholte Egon Vaupel in seiner Rede mehrmals. Der Oberbürgermeister begrüßte am Samstag (15. Januar) in der Stadthalle ungefähr 1.000 geladene Gäste zum Neujahrsempfang der Stadt Marburg.
Sein Rückblick auf das Jahr 2010 kreiste vor allem um Projekte und Personen, die durch außergewöhnliche Leistungen aufgefallen waren. Die Aufzählung reichte dabei vom Neubau der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) und ihrem Chef Dr. Reinfried Pohl über das preisgekrönte "Marburger Suppenfest“ bis hin zur Auszeichnung der - aus Afghanistan stammenden - Marburgerin Sheina Ghaffori mit dem Preis "Frauen mucken auf“.
In der Sozialpolitik habe Marburg trotz der ungünstigen Einflüsse aus Bund und Land immer noch eine positive Entwicklung zu verzeichnen. So sei die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Stellen spürbar gestiegen. In der Stadt herrsche ein recht solidarisches Klima.
Gesehen habe er das besonders während der Wintertage im Dezember 2010, als die Menschen einander geholfen und die Probleme angepackt hätten. Allerdings habe man dabei auch die – von der Natur vorgegebenen - Grenzen menschlichen Handelns feststellen müssen.
Das anschließende Hochwasser habe Marburg auch glimpflich überstanden. Dank der Überschwemmungsgebiete im Norden Marburgs habe der Pegelstand die Marke von 5,40 Metern nicht überstiegen.
Erfreulicherweise angestiegen sei indes die Zahl der Geburten. Im Stadtgebiet habe sie 2010 bei 1981 und damit um rund 100 Kinder höher gelegen als im Vorjahr.
Erfreulicherweise gesunken sei der Schuldenstadt der Universitätsstadt Marburg. Trotz der Aufnahme neuer Darlehen zur Gegenfinanzierung des Eigenanteils bei den Konjunkturprogrammen sei die Pro-Kopf-Verschuldung der Bürger einschließlich aller Säuglinge und Greise auf 107 Euro gesunken. Diesen Verbindlichkeiten stünde ein Vermögen gegenüber, das bei umgerechnet rund 5.500 Euro pro Einwohner liege.
Ein Wermutstropfen bei dieser Bilanz sei jedoch der Fall eines städtischen Mitarbeiters, gegen den seit wenigen Tagen staatsanwaltschaftliche Ermittlungen wegen Untreue laufen. Gerade bei ihm habe sich das vor der Aufdeckung der – mutmaßlich kriminellen – Vorgänge niemand vorstellen können. Vaupel bedauerte die Auswirkungen dieser Tat auf die Beschäftigten bei der Stadtverwaltung wie auch auf die Familie des Betroffenen.
Dennoch gehe er mit frische Mut ins Neue Jahr. Die Menschen in Marburg gäben ihm ein ermutigendes Beispiel dafür, dass Gemeinsinn und Tatkraft eine gute Grundlage für die Gestaltung eines lebens- und liebenswerten Umfelds seien.
Als nächste Schritte dabei nannte Vaupel die weitere Umgestaltung des Nordviertels und des Bahnhofsvorplatzes. Ein wichtiger Baustein der Stadtentwicklung seien auch die Neubauten der Philipps-Universität im Rahmen des "Campus Firmanei“.
Ein Stadtmuseum zur Präsentation der außergewöhnlichen Geschichte Marburgs sowie zusätzliche Kindergartenplätze stünden ebenfalls auf der Agenda. Als Vaupel auch noch ausrief "Marburg wird grün“, wandte er sich danach zur Erheiterung des Publikums an seinen Koalitionspartner im Stadtverband, damit er diese Aussage nicht missverstehe.
Wichtig sei auch eine "Bürgerbeteiligungssatzung“, damit Planungen schon im Vorfeld von der Bevölkerung mitgestaltet würden. Die Auseinandersetzungen um "Stuttgart 21“ hätten gezeigt, dass die Menschen den Politikern misstrauten und nicht auf ihre eigenen Mitwirkungsrechte verzichten wollten.
Eingebettet von musikalischen Einlagen des Chors, der Trommelgruppe und der Schulband der Carl-Strehl-Schule (CSS) zu Beginn und des Chors "Wirsing Queerbeet“ zum Schluss des Empfangs verströmte Vaupel bei seiner bebilderten Rede Enthusiasmus und Tatkraft. Im Jahr 2011 gebe es schließlich "viel zu tun“.
Franz-Josef Hanke
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