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Zu geringe Strafe


20-jähriger Drogendealer erhielt Jugendstrafe auf Bewährung

24.04.2008 (sts)
"Sie haben jetzt selbst eine Familie und tragen eine besonders große Verantwortung für ihren einjährigen Sohn", ermahnte Richterin Andrea Hülshorst den 20-jährigen Angeklagten abschließend. Der Maler-Lehrling aus Allendorf war am Donnerstag (24. April) wegen Drogenhandels vom Jugend-Schöffengericht zu einer sechsmonatigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt worden.
Bei einer Polizeikontrolle am 7. Dezember 2006 an der Stadtautobahn B3A waren im Auto des Angeklagten knapp 200 Gramm Haschisch und 6,3 Gramm Kokain gefunden worden. Neben dem Angeklagten befanden sich noch ein 19-jähriger Freund und eine Freundin im Wagen.
Der bereits verurteilte Freund räumte als Zeuge vor Gericht ein, dass das Haschisch ihm gehörte. Er habe es bei einem Dealer in Marburg auf Kommission erworben und wollte es in Frankenberg weiter verkaufen. Von dem Kokain habe er aber nichts gewusst: "Ich habe das zwar auch mal probiert, mir gehörte es aber nicht."
Bei einer Hausdurchsuchung am 24. Mai 2007 stellte die Polizei in der Wohnung des Angeklagten zudem 2,7 Gramm Amphetamine sicher. Bei einer Verkehrskontrolle am 25. Juni 2007 wurde dem aus Kasachstan stammenden Deutschen wegen Drogen-Konsums am Steuer die Fahr-Erlaubnis entzogen. Zu diesem Zeitpunkt war bereits der mittlerweile über ein Jahr alte Sohn des Angeklagten zur Welt gekommen.
Seit dem 1. September 2007 befindet sich der Mann nun in der Ausbildung zum Maler und Lackierer. Zudem hat er die Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) bestanden, um seinen Führerschein zurückzuerhalten. In diesem Rahmen musste er mehrere Drogentests über sich ergehen lassen, die allesamt negativ ausfielen.
"Ich habe nichts mehr mit Drogen zu tun", sagte er vor Gericht. Die Straftaten räumte er ein und gelobte Besserung.
Aufgrund seines Drogenkonsums während der Pubertät und seines unsteten Lebenswandels befürwortete das Gericht eine Anwendung des Jugendstrafrechts. Im Erwachsenen-Strafrecht wäre die Mindeststrafe für den Handel mit Drogen in diesem Mengen mindestens ein Jahr gewesen. Das Gericht stellte eine insgesamt positive Prognose für den Angeklagten und setzte daher die Haftstrafe für drei Jahre zur Bewährung aus.
Dem Verurteilten wird für die Dauer eines Jahres ein Bewährungshelfer zur Seite gestellt. Außerdem muss er 25 Stunden Sozialarbeit leisten und 590 Euro an das Diakonische Werk Frankenberg spenden. In seiner Bewährungszeit muss er sich weiteren drei unangekündigten Drogentests stellen.
Stephan Sonntag
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